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picture taken by aimee blaskovic
Weblog von Julia Petschinka

 
Am Wochenende gab Marco de Ana nicht nur 2 Flamenco-Auftritte im Tanzstudio Perchtoldsdorf, sondern auch einen Workshop.
Nun sind Workshopberichte immer etwas heikel, weil subjektiv - aber wenn man sich dessen bewußt ist, kanns auch schon los gehen.
In der Ankündigung hieß es noch, dass das Thema "Martinete" und Improvisation sein würde - was mich persönlich doppelt interessiert. Einerseits wird eher selten Martinete unterrichtet, weil: schwerer Rhythmus, schweres Thema von Trauer, Verlust, Schmerz. Also, wie mans auch betrachtet: kein leichter Tanz. Und dann noch Improvisation - das schien mir noch verlockender...

... und dann kam doch alles anders als versprochen.
Die Idee, alle SchülerInnen in ein Niveau zu packen, ist zwar ganz nett, aber von der Durchführung doch etwas schwierig. Die Besseren sind nicht angespornt, müssen ständig "selbst-Korrekturen" machen und die weniger guten fühlen sich oft überfordert und manchmal gefrustet. Ich fand das nicht so fein.
Aus Martinete wurde daher dann auch nichts. Marco meinte, das Gruppenniveau wäre nicht gut genug und er würde die Gruppe mit Martinete nicht überfordern wollen - daher hat er nach dem Aufwärmen auf "Tangos" umgeschwenkt. Das hat mich enttäuscht... Aber auch wieder nicht so sehr, dass ich mein Geld zurück verlangen wollte (oder war ich nicht mutig genug?), denn: man kann ja immer was dazu lernen. Ich hätte mich allerdings im Vorhinein wohl nicht für einen Tangos-Workshop angemeldet (erst im Jänner war Carina la Debla in Wien und gab einen Tangos-Workshop), aber da ich schon in P´dorf war, kehrte ich auch nicht wieder um. Tangos ist ein fröhlicher, sehr "erdiger" Tanz in einem 4/4-Takt, also relativ einfach von Musik und Gefühl.
EDIT: In einer anderen Ankündigung - jetzt im Nachhinein - habe ich allerdings gefunden: "Schnupperkurs für alle Niveaus". Hm.

Marco begann jeden Workshoptag mit 1 1/2 Stunden Aufwärmübungen, bevor er sich in den restlichen 1 1/2 Stunden der Choreographie widmete. Ich weiß, ich weiß: Aufwärmen ist superwichtig und sollte ziemlich weit im Vordergrund stehen - aber: wenn eh nur 2 tage bzw 6 stunden Flamenco am Programm stehen, finde ichs ein bißchen zu viel an "warm-up". Und zum Schluss war dann letztendlich auch nicht genügend Zeit, um die Mini-Choreographie oft genug zu üben (aber: sie war schön rund, von Anfang bis ende - eine Letra, bißchen Füße und Abgang und ganz im erfrischenden Stil von Marco: rotzig, kantig, spritzig, wild)

Marco ist übrigens Wiener. Er lebt seit mittlerweile 15 Jahren in Sevilla und arbeitet mittlerweile in mehreren Tablaos (Flamencolokale) Spaniens als professioneller Flamencotänzer.

...nicht nur Tanzen konnte man lernen

Nach Wien kam er mit seiner Gruppe, bestehend aus beeindruckenden MusikerInnen und SängerInnen - die allesamt für Workshops (Gitarre, Gesang, Palmas) an diesem Wochenende zur Verfügung standen. Somit gab es die Gelegenheit, ein umfassendes Flamenco-Wochenende zu verbringen, was einige mit Begeisterung genützt haben. Eine wirklich gute Idee.
 

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