Es geht um meine Jugendidole, die Chili Peppers.Wiedermal kommen sie nach Wien und ich wittere meine Chance, die vielen versäumten Konzertbesuche nachholen zu können. Sie endlich live zu sehen - jetzt, wo ihre neueste Platte kaum wirklich gut ist und ich mich anstrengen muss, einige Lieder doch noch fetzig zu finden. Nein, im direkten Vergleich mit dem früheren Krawallfunk hält Stadium Arcadium nicht mit. Ist ruhiger, ominöser und wahrscheinlich nennt man das: erwachsenser. Und ich frage mich: gibt es gute Kunst nur im Zusammenspiel mit Leid, Tragödie und Verlust? Einfach, weil das intensivere Gefühle sind als Liebe, Freude, Glück? Ist es daher nur logisch, dass die Musik der Chili Peppers "ruhiger" geworden ist, weil sie sich vielleicht nicht mehr so exzessiv am Rande des Abgrunds bewegen?Und während ich versuche, Antworten auf meine Grundsatzfragen zu suchen werden mir die Karten für ihr Konzert in Wien (plus Zusatzkonzert) einfach unter der Nase weggekauft. Eine Stunde Nachdenken und beinahe wäre der Traum von den hüpfenden Jugendidolen zerplatzt am Wälzen erwachsener Probleme. In letzter Minute schnell noch aufgewacht und vor mir steht ein halbes Jahr Vorfreude. Und zum Glück hab ich ein gutes Gedächtnis. Ich werde beim Konzert die Augen schliessen und mir denken es wäre 10 Jahre früher.