Vergangenen Montag verbrachte ich einen ganzen Tag im Wiener Depot, gegenüber vom MQ-Hintereingang in der Breitegasse. Der Grund: ich nahm als Jurorin an der Audition des ersten Österreichischen Famelabteil.
Ich muss gestehen, als ich gefragt wurde, ob ich teilnehmen wollte, fühlte ich mich sehr geschmeichelt und hab mich gefreut. Also auch gleich zugesagt, denn ich mag lustige Tage und so einer sollte es auch werden.
Um 9h trudelten nach und nach die TeilnehmerInnen und anderern Juroren ein. Alle waren etwas nervös - ich natürlich auch.
Und dann gings los. Die TeilnehmerInnen waren einerseits Publikum und Akteurinnen. JedeR mußte in drei Minuten ein Thema umreissen oder ein Projekt vorstellen. Einige waren extrem gut vorbereitet, haben ihren Vortrag auf den "Entenpieps" genau geplant (eine Ente wars, die die Zeit anpiepste - mich hat es jedes Mal gerissen, wie nach zweieinhalb Minuten der erste Quietscher aus der Gummiente gedrückt wurde... uff), andere haben in letzter Minute überhaupt ein völlig neues Thema gewählt.
Für mich war es eine angenehme Mischung aus professionellen Vorträgen mit kreativen Accessoires und ungeübten, mit viel Esprit und Herzblut vorgetragenen Themen.
Kurz in den Pausen stand das Thema Famelab an sich auch noch am Programm (hauptsächlich zwischen den Jurymitgliedern und den OrganisatorInnen). Ist es nun gut oder böse, die Wissenschaft(lerInnen) so zu banalisieren und in 3-Minüter zu verpacken? Der FWF-Jury-Kollege meinte, dass es an vielen Unis und Forschungseinrichtungen ebenfalls so eine Art Audition gäbe, nur würde es da nicht um die Teilnahme am Medientraining oder die Reise nach England gehen, sondern um Kopf oder Kragen (money or no money?). Einer der Organisatoren meinte, dass es beim Famelab auch weniger um die Wissenschaft an sich gehe, sondern auch darum, neue Vorbilder und Idole für die Jugendlichen zu finden, die ja irgendwann einmal in die Wissenschaft sollen. Wobei Wissenschaft: in England wird hier dezitiert die Naturwissenschaft und Technik gemeint, weil "die dort" in diesen Fächern ein Nachwuchsproblem haben (und daher MotivatorInnen brauchen). Bei "uns in Österreich" durften die "Soft Sciences" auch am Famelab teilnehmen, was uns Jury sehr freute.
Ich persönlich finde Famelab gut. Eine neue, wenngleich ein bißchen oberflächliche Art der Wissenschaftsvermittlung die vor allem sehr, sehr viel Spaß macht und nette Leute fördert. Es ist klar, dass in den dreiminütigen Vorträgen keine kontroversiellen Themen abgehandelt werden können (wobei: es wurden sehr wohl einige wirklich gute, essenzielle Fragen gestellt!) - daher bin ich dafür, auch Veranstaltungen für die Tiefe zu fördern. Beide Richtungen eben.
Hier ein paar Bilder:
Anmeldung - da die TeilnehmerInnen spontan zum Famelab kommen konnten wußten wir lange nicht, wie viele antreten würden. Letztendlich waren es dann 14
Die Famelab-Bühne. Hier zu sehen: der Moderator. Im Laufe des Tages wurde der Saal ziemlich warm wegen der Scheinwerfer...
Das Publikum = die TeilnehmerInnen. Die Stimmung war gut und es wurde viel gelacht.
Erfrischungspause
Aus Sicht der Jury sah das so aus. Für drei Minuten stand jeweils ein/e KandidatIn am Podest, dann quietschte die Ente und übergab damit quasi das Wort an uns. Wir mussten (in der ersten Runde hauptsächlich konstruktives und positives) Feedback geben. Inhalt, Form, Kreativität, Zeitmanagement, Vortragsstil etc beurteilen und dann Punkte vergeben
Aufstellen zum Schlussfoto...
dieser beitrag ist auch im sciblog-blog für wissenschaftskommunikation veröffentlicht.
Ich muss gestehen, als ich gefragt wurde, ob ich teilnehmen wollte, fühlte ich mich sehr geschmeichelt und hab mich gefreut. Also auch gleich zugesagt, denn ich mag lustige Tage und so einer sollte es auch werden.
Um 9h trudelten nach und nach die TeilnehmerInnen und anderern Juroren ein. Alle waren etwas nervös - ich natürlich auch.
Und dann gings los. Die TeilnehmerInnen waren einerseits Publikum und Akteurinnen. JedeR mußte in drei Minuten ein Thema umreissen oder ein Projekt vorstellen. Einige waren extrem gut vorbereitet, haben ihren Vortrag auf den "Entenpieps" genau geplant (eine Ente wars, die die Zeit anpiepste - mich hat es jedes Mal gerissen, wie nach zweieinhalb Minuten der erste Quietscher aus der Gummiente gedrückt wurde... uff), andere haben in letzter Minute überhaupt ein völlig neues Thema gewählt.
Für mich war es eine angenehme Mischung aus professionellen Vorträgen mit kreativen Accessoires und ungeübten, mit viel Esprit und Herzblut vorgetragenen Themen.
Kurz in den Pausen stand das Thema Famelab an sich auch noch am Programm (hauptsächlich zwischen den Jurymitgliedern und den OrganisatorInnen). Ist es nun gut oder böse, die Wissenschaft(lerInnen) so zu banalisieren und in 3-Minüter zu verpacken? Der FWF-Jury-Kollege meinte, dass es an vielen Unis und Forschungseinrichtungen ebenfalls so eine Art Audition gäbe, nur würde es da nicht um die Teilnahme am Medientraining oder die Reise nach England gehen, sondern um Kopf oder Kragen (money or no money?). Einer der Organisatoren meinte, dass es beim Famelab auch weniger um die Wissenschaft an sich gehe, sondern auch darum, neue Vorbilder und Idole für die Jugendlichen zu finden, die ja irgendwann einmal in die Wissenschaft sollen. Wobei Wissenschaft: in England wird hier dezitiert die Naturwissenschaft und Technik gemeint, weil "die dort" in diesen Fächern ein Nachwuchsproblem haben (und daher MotivatorInnen brauchen). Bei "uns in Österreich" durften die "Soft Sciences" auch am Famelab teilnehmen, was uns Jury sehr freute.
Ich persönlich finde Famelab gut. Eine neue, wenngleich ein bißchen oberflächliche Art der Wissenschaftsvermittlung die vor allem sehr, sehr viel Spaß macht und nette Leute fördert. Es ist klar, dass in den dreiminütigen Vorträgen keine kontroversiellen Themen abgehandelt werden können (wobei: es wurden sehr wohl einige wirklich gute, essenzielle Fragen gestellt!) - daher bin ich dafür, auch Veranstaltungen für die Tiefe zu fördern. Beide Richtungen eben.
Hier ein paar Bilder:
dieser beitrag ist auch im sciblog-blog für wissenschaftskommunikation veröffentlicht.
jupe - am Donnerstag, 29. März 2007, 10:17 - Rubrik: wissenschaftliches