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picture taken by aimee blaskovic
Weblog von Julia Petschinka

 
miguel vargas1Zwei Frauen sitzen an der Bar des Tanzstudios. Miguel kommt aus seiner Umkleidekabine. Die beiden Frauen riskieren einen kuzen Blick und seufzen sich mit ihren Augen zu.
Miguel sieht aus, wie man sich einen spanischen Flamencotänzer vorstellt. Schwarze gelockte, glänzende Haare. Meist offen. Dünner, exakt geschnittener Bart. Olivfarbene Haut. Dunkle Augen. Groß, schlank, muskulös.
Spinnt man das Klischee weiter - käme hier wahrscheinlich: ... und er flirtet mit allen Frauen, ist wild wie ein Stier, stolz, eingebildet, blablabla.

Miguel ist freundlich, sehr nett und geht behutsam mit den TeilnehmerInnen des Workshops um. Adieu Klische!
Er hält, was in der Ankündigung versprochen wird - und legt besonderen Wert auf das Zusammenspiel zwischen Tanz, Gesang und Gitarre. Leider beginnt der Workshop mit einer kleinen Enttäuschung. Der Gitarrist von Miguel durfte in Österreich nicht einreisen. Denn er ist Kubaner mit Studiengenehmigung und allem was dazugehört von Spanien. In jedes andere Schengen-Land darf er einreisen, nur Österreich verlanget ein Visum. Als Trost verspricht Miguel, den Gesang und die Gitarre in Spanien aufzunehmen, und und die CD´s zu schicken. Wow!

Miguel versucht uns beizubringen, besonders auf den Gesang zu hören (er singt wirklich schön!), und zu lernen, wann wir welche Schritte setzen können. Vor allem bei der Bulerías (und die war Thema des Wochenendes) kann der Sänger anfangen, wann er will - das muss nicht immer auf die "1" sein. Wenn man als TänzerIn aber versteift auf "1" oder "12" oder was auch immer ist, passt der Tanz nicht immer zum Gesang. Also, lieber auf die Remates des Gesangs hören, und den Tanz dorthin bauen.

Ich kann Miguel Vargas als Lehrer wirklich empfehlen! Dass er perfekt deutsch spricht (hat 5 Jahre lang in Deutschland gelebt) erleichtert das Verständnis und ist hilfreich.
Miguel versucht, die TeilnehmerInnen als Gruppe zu sehen und unterstützt besonders jene, die nicht sofort seinen neuen Schritten und Bewegungen folgen können.
In seinen Kursen legt er großen Wert darauf, nicht nur Technik und Schrittkombinationen zu lehren, sondern vor allem auch die Bewegung des gesamten Körpers - die ja aus (technisch) einfachen Choreographien Augenweiden machen können.

Tumbs up!
 

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