Wie es bei den Proben zur aktuellsten Großproduktion der Wiener Tänzerin Susana la gitana rubia zugegangen ist, habe ich im April recherchiert - und ist hier nachzulesen.
Wie es dann bei der Premiere war, habe ich für die aktuellste Ausgabe der anda, dem deutschen Flamencomagazin, zusammengefaßt.

---text aus der anda----.
Goya – Getanzte Bilder. Susana la gitana rubia mit Ensemble. Theater Akzent Wien, 20. April 2007
Goyas Lebenslauf ist kein Honiglecken. Vom angesehenen Hofmaler, der doch nicht damit zufrieden ist, entwickelt er sich zum Ehemann mit Affäre zur Herzogin und schließlich zum kranken, tauben, gebrochenen Menschen mit schlimmsten Albträumen, bevor er letztendlich an seiner unglücklichen außerehelichen Liebe zu Grunde geht und stirbt. Starker Tobak also für einen Theaterabend, der sich streng an Goyas Leben und Werken orientiert. Goya, dargestellt vom Schauspieler Artur Ortens, steht an diesem Abend nicht nur thematisch im Mittelpunkt, sondern auch physisch. Der charismatische Schauspieler ist ständig auf der Bühne. Beobachtet oder agiert. Sein Mimenspiel (er spricht kein Wort) ist faszinierend. Das kokettierte Verlieben, die Verwirrung, das Leiden – alles lässt er das Publikum mitfühlen. Als sein Gegenpart agiert die Tänzerin und Choreographin (und künstlerische Leiterin und und und) Susana la gitana rubia. Sie spielt die Herzogin von Alba, jene Dame die den Maler um den Finger wickelt und ihn dennoch nicht festhält. Sie selbst wird jedoch von ihrer überdimensionalen schwarzen Lockenperücke festgehalten. Damit sieht sie zwar der echten Herzogin auf Goyas Bildern zum verwechseln ähnlich, Bewegungsfreiraum lässt ihr das Ungetüm aber keinen mehr. Schade, denn ihr restlicher Körper tanzt wunderschöne klassische Stücke und moderne Choreographien. Ihr Talent als Choreographin konnte sie nicht nur anhand ihrer eigenen Tanzstücke unter Beweis stellen. Die Gruppenauftritte ihrer Tanzcompania waren einfallsreich durchdacht und schön getanzt von ihren Schützlingen. Vor allem die Farruca in grauen Mänteln und strengen Hüten stach dabei heraus und war Gesprächsthema Nummer eins am Nachhauseweg. Es war ein aufwändiges Stück, das an diesem Freitagabend gezeigt wurde. Komplex und bedrückend wie Goyas Leben eben war.
----ende anda-text----..

Link: Studio von Susana la gitana rubia in Wien: www.flamenco-academia.at
Wie es dann bei der Premiere war, habe ich für die aktuellste Ausgabe der anda, dem deutschen Flamencomagazin, zusammengefaßt.

---text aus der anda----.
Goya – Getanzte Bilder. Susana la gitana rubia mit Ensemble. Theater Akzent Wien, 20. April 2007
Goyas Lebenslauf ist kein Honiglecken. Vom angesehenen Hofmaler, der doch nicht damit zufrieden ist, entwickelt er sich zum Ehemann mit Affäre zur Herzogin und schließlich zum kranken, tauben, gebrochenen Menschen mit schlimmsten Albträumen, bevor er letztendlich an seiner unglücklichen außerehelichen Liebe zu Grunde geht und stirbt. Starker Tobak also für einen Theaterabend, der sich streng an Goyas Leben und Werken orientiert. Goya, dargestellt vom Schauspieler Artur Ortens, steht an diesem Abend nicht nur thematisch im Mittelpunkt, sondern auch physisch. Der charismatische Schauspieler ist ständig auf der Bühne. Beobachtet oder agiert. Sein Mimenspiel (er spricht kein Wort) ist faszinierend. Das kokettierte Verlieben, die Verwirrung, das Leiden – alles lässt er das Publikum mitfühlen. Als sein Gegenpart agiert die Tänzerin und Choreographin (und künstlerische Leiterin und und und) Susana la gitana rubia. Sie spielt die Herzogin von Alba, jene Dame die den Maler um den Finger wickelt und ihn dennoch nicht festhält. Sie selbst wird jedoch von ihrer überdimensionalen schwarzen Lockenperücke festgehalten. Damit sieht sie zwar der echten Herzogin auf Goyas Bildern zum verwechseln ähnlich, Bewegungsfreiraum lässt ihr das Ungetüm aber keinen mehr. Schade, denn ihr restlicher Körper tanzt wunderschöne klassische Stücke und moderne Choreographien. Ihr Talent als Choreographin konnte sie nicht nur anhand ihrer eigenen Tanzstücke unter Beweis stellen. Die Gruppenauftritte ihrer Tanzcompania waren einfallsreich durchdacht und schön getanzt von ihren Schützlingen. Vor allem die Farruca in grauen Mänteln und strengen Hüten stach dabei heraus und war Gesprächsthema Nummer eins am Nachhauseweg. Es war ein aufwändiges Stück, das an diesem Freitagabend gezeigt wurde. Komplex und bedrückend wie Goyas Leben eben war.
----ende anda-text----..

Link: Studio von Susana la gitana rubia in Wien: www.flamenco-academia.at
flamencofan meinte am 25. Jun, 15:42:
Goya und Flamenco-Festival Wien!
Hallo!Ich habe mir auch Goya und einige Konzerte vom ersten Flamenco-Festival Wiens angesehen und fand die Idee sehr nett und auch die Choreographien gut,aber Susana La Rubia fehlt einfach der Ausdruck und das Temperament.Das ist nicht böse gemeint!
Das Festival hat mir auch sehr gut gefallen,da die Gruppen sehr unterschiedlich waren und ein sehr hohes Niveau hatten.Da wollte ich fragen,ob Du von mehr Konzerten der Gruppe "Los Remedios" und der Gruppe von "Flaco de Nerja" weißt?"Fuente compas" haben mir nicht so gefallen,der Tanz war so unsauber,daß es wirklich gestört hat.
jupe antwortete am 25. Jun, 21:43:
Hallo,leider hatte ich kaum Gelegenheit, mir Konzerte des Festivals anzuschauen. Ich habe aber früher mal Flaco mit seiner Band im Wiener Metropol gesehen und was darüber geschrieben: http://jupe.twoday.net/stories/3353198/
Und auch über Fuente Compas hab ich schon mal was geschrieben, das ist aber sehr lange her: http://jupe.twoday.net/stories/1280189/
Soweit ich das mitverfolge tritt Flaco regelmässig in der Bodega Manchega in Wien auf. Ab und zu gibt es ein gemeinsames Konzert (Tablaoabend, eher) mit Sandra la Chispa. Seine große Band (die auch im Metropol aufgetreten ist) ist leider nicht sehr oft in Wien (verständlicher Weise, immerhin kommt keiner von ihnen aus Österreich; trotzdem sehr schade. Vor allem den Sänger finde ich einen Traum!).
Über Los Remedios weiß ich gar nix. Ich hab auch schon von anderen gehört, dass sie sehr gut waren. Was haben sie gespielt? Gabs auch Tanz? Wie hats dir gefallen?
flamencofan antwortete am 27. Jun, 19:12:
Hallo,anscheinend siehst Du Fuente Compas ähnlich wie ich.Ich persönlich fand die Musik zu hektisch,ohne Dynamik,man kann nicht atmen!Die Gruppe von Flaco de Nerja finde ich super,jeder einzelne Musiker ist ein Traum und Sandra La Chispa finde ich echt toll.Sie hat einen super Ausdruck und eine Fußtechnik,die überzeugt!Ich weiß wovon ich spreche,denn ich habe mal vor Jahren versucht Flamenco zu lernen,aber schnell wieder aufgegeben.
Los Remedios haben wenige Eigenkompositionen,denn ich kannte fast jedes Stück.Es war von Paco de Lucia,Dorantes,Tomatito,etc. alles dabei und wirklich sehr gut und mit viel Energie!Tanz war nur ein kurzes Stück Bulerias vom Cajonisten!Aber wirklich sehenswert!
jupe antwortete am 28. Jun, 10:38:
ich fand fuente compas eigentlich sehr gut. ich fand den tanz zwar nicht so integriert in das programm (darüber habe ich mit Sabina Vounelakos, der Tänzerin auch schon gesprochen) - aber mir kam damals die musik überhaupt nicht überladen oder zu hektisch vor. ganz im gegenteil. es war ein schönes, stimmiges, fast intimes konzert, das ich von ihnen gesehen habe.