FLAMENCO-WORKSHOP MIT JUAN CARLOS LÉRIDA IN WIEN, 27.-30.8, >>Link
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Vergangene Woche waren wiedermal die Alpbacher Technologiegespräche, von denen ich eigentlich so gut wie live bloggen wollte. Aber: da ich keine News-erzeugende Teilnehmerin war, konnte ich auch den News-Room nicht benutzen. Und ich muß sagen: ich war letztendlich froh, keine News-erzeugende Teilnehmerin gewesen zu sein. Die hatten so extrem viel zu tun, zu schreiben, zu produzieren... uff. Mein Beileid! Meine Erinnerungen an die paar Tage Technotalk im wunderschönen Tiroler Dorf sind, wie jedes Mal eigentlich, ziemlich ambivalent. Es ist glaube ich ganz gut, dort zu sein - gleichzeitig aber auch sehr absurd. Gut, weil viel genetzwerkt werden kann, wenn man will und wenn es zugelassen wird. Absurd, weil eigentlich außer dem kaum etwas passiert. Dieses Jahr waren die Vorträge nicht so herausragend spannend (außer der Arbeitskreis Nummer 11 zum Thema Second Life - der war in der ersten Hälfte sehr informativ und ... oho... kritisch).
Dieses Jahr habe ich auch beschlossen, so viele Pressegespräche wie möglich zu besuchen. Immerhin ist das der Zeitpunkt, an dem man informiert wird... was aber auch nicht ganz richtig ist. Denn Informationen bekommt man /und gibt man weiter/ zwischendurch. Hauptsächlich bei den Empfängen (weshalb es auch so viele davon gibt), beim Kaffee, Wein, Essen. In den Pausen. Eben dann, wenn die Leute eigentlich nur herumstehen.
Die Technologiegespräche sind wie ein komprimiertes Sommerlager. Leute, die sonst auch etwas miteinander zu tun haben, aber vielleicht nur lose, fahren gemeinsam in ein kleines Bergdörfl, sind dort ein paar Tage eng beisammen und machen Halli Galli und Politik und treffen Entscheidungen. Absurd. Und dennoch wahrscheinlich extrem wichtig. Österreichisch vielleicht, oder?
Hier mein Fototagebuch:

Gender-Cocktail im Böglerhof am Vorabend der Technologiegespräche (Mittwoch) mit Präsentation des neuen Gender-Booklets zur Situation der Frauen in der Außeruniversitären Forschung. Kurzgesagt: Miese Situation, wegen Karriereeinbruch aufgrund von Kinderkriegen, Teilzeit, etc. Schön, dass es wiedermal deutlich aufgezeigt wird und dass es dadurch weniger leicht fällt, dieses Thema schönzureden. Aber passieren sollte dann doch mal was.
(Danach war noch ein Empfang/Präsentation im Alpbacherhof mit G.Hahn, den ich versäumt habe, weil ich hungrig war und essen gegangen bin - sprich: für mein Essen bezahlt habe! Anschließend gings noch in die Postalm. Abendausklang auf kuhfellbezogenen Barhockern. Manches ändert sich eben nie)

Am nächsten Morgen ein klarer Blick. Eigentlich sollten jetzt Bergschuhe an die Füße geschnürt werden, statt auf Absätzen im Anzug durchs Dorf zu trippeln. Nämlich dorthin:

Böglerhof. Eine der vielen, dunklen Stuben im Erdgeschoß. Das schöne klare Licht (und der Sauerstoff) wird ausgesperrt. Hinein dürfen nur JournalistInnen und wenige neugierige Nasen, die dreist genug sind, sich reinzudrängen (ich): Pressegespräch der GFF (Gesellschaft zur Förderung der Forschung). Währenddessen flüstert mir ein Kollege ins Ohr: "morgen wird nichts davon in der Zeitung stehen - das Pandababy ist soeben zur Welt gekommen". Wir kichern leise. Eine absurde Situation. Wiedermal.

Die Nachspeise hol ich mir beim Technologiebrunch der Tiroler Zukunftsstiftung im Alphof (was bedeutet: quer durchs Dorf hirschen. Na macht ja nix. Die Sonne blendet). Die Ansprache habe ich versäumt. Da sind irgendwie zu viele Veranstaltungen gleichzeitig.

Ok, irgendwann sollte ich dann doch ins Conferenz Centrum (die beiden Cs verwundern mich jedes Mal aufs neue!). Dieses Jahr enthält das Namensschild einen RFID-Chip, aber einen passiven. Sprich: es gehen Leute mit Scan-Geräten herum. Steht man in einem Grüppchen, geht man in den Vortragssaal, schaut man sich die Poster und Messestände an: man wird gescannt und als Punkt auf den Schirmen festgehalten. Mit Verbindungslinien zu seinen GesprächspartnerInnen, wenn diese auch gescannt werden. Dadurch soll die Vernetzung hier aufgezeigt werden. Ich finde das schön.

Los gehts mit diversen Eröffnungsansprachen, bevor der erste Vortragsblock beginnt. Thema: "Die globale Erwärmung".

Was mir gefällt am Vortrag von James E. Hansen ist der Hinweis, dass das, was unter den WissenschafterInnen als "common sense" gilt, bei weitem nicht das ist, was der Öffentlichkeit mitgeteilt wird bzw was die Öffentlichkeit weiß. Er meint, dass hier eines der riesigsten Probleme liegt. Denn wüßte die Öffentlichkeit "das richtige", dann könnte sie ihr Handeln ändern und gemeinsam mit den WissenschaftlerInnen auf EntscheidungsmacherInnen Druck machen. Aber so... wenn "immer das Falsche kommuniziert wird"... Oder, wie er gesagt hat, die JournalistInnen "zu ausgewogen" berichten, dann könne sich die Öffentlichkeit keine eigene (die richtige) Meinung bilden und dementsprechend handeln.
Ich mag diesen Denkansatz. Zuerst hat er für mich nach altmodischer Auffassung von Wissenschaftskommunikation geklungen ("wenn wir ihnen nur mehr sagen, dann wird alles gut") - aber sich dann als total differenziert und tricky herausgestellt. Was allerdings beim Zuendedenken dabei herauskommt weiß ich noch nicht.

Vor dem nächsten Vortragsblock zum Thema "Die Zukunft der Wissenschaft" gibts erst mal eine Pause, sprich: nett-working steht am Programm. Ein neues Gimmick wird verteilt: der Marketing-Fächer mit Logo und so. Ich mag das, wenn Gimmicks auf Bedürfnisse der Leute etwas eingehen. Also nehme ich den dankend an. Immerhin ist es sehr warm und ein Platz unter dem Sonnenschirm ist rar.
A propos Bedürfnisse-Gimmick: Lecker Nüsse gab es auch. Und gratis natürlich. Eh klar. Und weil das das Einzig essbare war, was im Congress Centrum verteilt wurde, haben sich die Leute dankbar draufgestürzt.
Den dritten Vortragsblock an diesem Tag (Thema: "Der Blick nach Innen") versäume ich. Weil:

Das nächste Pressegespräch. Wieder unter Ausschluß von Licht und Luft. Die ARC präsentiert ihre Wissensbilanz 2006. Mir fällt das ungeschriebene Sitzordnungsgesetz auf: Am Tisch der RednerInnen nehmen die wichtigsten JournalistInnen platz usw. Die sind dann zum Glück auch jene, die Fragen stellen. Nichts ist peinlicher als die Minuten absoluten Stillschweigens... und die sind dann auch diejenigen die ihre Arbeit machen und Beiträge schreiben. So gesehen hat dieses "Gesetz" schon seinen Sinn...

Spätabends folgt dann wahrscheinlich die Hauptattraktion der Technologiegespräche, wenn man mal das netzwerken in den Vordergrund stellt: Der Empfang von Alcatel-Lucent, zu dem alle TeilnehmerInnen eingeladen sind. Also um die 800 Leute tummeln sich um mehrere Buffets. Essen, Trinken, Reden etc.
Was man nicht sieht: es dauert lange, es ist strategisch, dann wird weiter weggegangen (und wenn absurder Weise die Postalm schon gegen Mitternacht zusperrt, dann eben in die Waschkuchl. Und wenn die zu voll ist, dann bleiben wir eben auf der Straße stehen). Und wer nicht das Glück hat, direkt in Alpbach zu wohnen (weil zu spät angemeldet), der muss eben noch ein paar Kilometer mit dem Taxi fahren, bevors ins Bettchen geht. Serpentinenstraßen. Uff.

Dafür ist der morgendliche Blick auf die Bergidylle sehr sehr schön.
Weiter mit den Arbeitskreisen, die in der Hauptschule von Alpbach stattfinden.

Ich habe mich für den Arbeitskreis Nummer 11 entschieden zum Thema Second Life. Unerwarteter Weise ist der Arbeitskreis zum größten Teil sehr ausgewogen und daher auch kritisch. Während Peter Kotauczek von BEKO vor Second Life-Begeisterung nur so sprüht ist Alois Ferscha von der JK-Uni in Linz sehr ironisch und distanziert. Für mich am spannendsten war der Vortrag von Doris Rusch vom MIT Convergence Culture Consortium in Wien. Sie hat erklärt, warum Second Life kein Spiel ist...
... und dann geht auch schon mein Zug zurück. Dieses Jahr gabs für mich nur 2/3-Gespräche. Auch gut.
Dieses Jahr habe ich auch beschlossen, so viele Pressegespräche wie möglich zu besuchen. Immerhin ist das der Zeitpunkt, an dem man informiert wird... was aber auch nicht ganz richtig ist. Denn Informationen bekommt man /und gibt man weiter/ zwischendurch. Hauptsächlich bei den Empfängen (weshalb es auch so viele davon gibt), beim Kaffee, Wein, Essen. In den Pausen. Eben dann, wenn die Leute eigentlich nur herumstehen.
Die Technologiegespräche sind wie ein komprimiertes Sommerlager. Leute, die sonst auch etwas miteinander zu tun haben, aber vielleicht nur lose, fahren gemeinsam in ein kleines Bergdörfl, sind dort ein paar Tage eng beisammen und machen Halli Galli und Politik und treffen Entscheidungen. Absurd. Und dennoch wahrscheinlich extrem wichtig. Österreichisch vielleicht, oder?
Hier mein Fototagebuch:

Gender-Cocktail im Böglerhof am Vorabend der Technologiegespräche (Mittwoch) mit Präsentation des neuen Gender-Booklets zur Situation der Frauen in der Außeruniversitären Forschung. Kurzgesagt: Miese Situation, wegen Karriereeinbruch aufgrund von Kinderkriegen, Teilzeit, etc. Schön, dass es wiedermal deutlich aufgezeigt wird und dass es dadurch weniger leicht fällt, dieses Thema schönzureden. Aber passieren sollte dann doch mal was.
(Danach war noch ein Empfang/Präsentation im Alpbacherhof mit G.Hahn, den ich versäumt habe, weil ich hungrig war und essen gegangen bin - sprich: für mein Essen bezahlt habe! Anschließend gings noch in die Postalm. Abendausklang auf kuhfellbezogenen Barhockern. Manches ändert sich eben nie)

Am nächsten Morgen ein klarer Blick. Eigentlich sollten jetzt Bergschuhe an die Füße geschnürt werden, statt auf Absätzen im Anzug durchs Dorf zu trippeln. Nämlich dorthin:

Böglerhof. Eine der vielen, dunklen Stuben im Erdgeschoß. Das schöne klare Licht (und der Sauerstoff) wird ausgesperrt. Hinein dürfen nur JournalistInnen und wenige neugierige Nasen, die dreist genug sind, sich reinzudrängen (ich): Pressegespräch der GFF (Gesellschaft zur Förderung der Forschung). Währenddessen flüstert mir ein Kollege ins Ohr: "morgen wird nichts davon in der Zeitung stehen - das Pandababy ist soeben zur Welt gekommen". Wir kichern leise. Eine absurde Situation. Wiedermal.

Die Nachspeise hol ich mir beim Technologiebrunch der Tiroler Zukunftsstiftung im Alphof (was bedeutet: quer durchs Dorf hirschen. Na macht ja nix. Die Sonne blendet). Die Ansprache habe ich versäumt. Da sind irgendwie zu viele Veranstaltungen gleichzeitig.

Ok, irgendwann sollte ich dann doch ins Conferenz Centrum (die beiden Cs verwundern mich jedes Mal aufs neue!). Dieses Jahr enthält das Namensschild einen RFID-Chip, aber einen passiven. Sprich: es gehen Leute mit Scan-Geräten herum. Steht man in einem Grüppchen, geht man in den Vortragssaal, schaut man sich die Poster und Messestände an: man wird gescannt und als Punkt auf den Schirmen festgehalten. Mit Verbindungslinien zu seinen GesprächspartnerInnen, wenn diese auch gescannt werden. Dadurch soll die Vernetzung hier aufgezeigt werden. Ich finde das schön.

Los gehts mit diversen Eröffnungsansprachen, bevor der erste Vortragsblock beginnt. Thema: "Die globale Erwärmung".

Was mir gefällt am Vortrag von James E. Hansen ist der Hinweis, dass das, was unter den WissenschafterInnen als "common sense" gilt, bei weitem nicht das ist, was der Öffentlichkeit mitgeteilt wird bzw was die Öffentlichkeit weiß. Er meint, dass hier eines der riesigsten Probleme liegt. Denn wüßte die Öffentlichkeit "das richtige", dann könnte sie ihr Handeln ändern und gemeinsam mit den WissenschaftlerInnen auf EntscheidungsmacherInnen Druck machen. Aber so... wenn "immer das Falsche kommuniziert wird"... Oder, wie er gesagt hat, die JournalistInnen "zu ausgewogen" berichten, dann könne sich die Öffentlichkeit keine eigene (die richtige) Meinung bilden und dementsprechend handeln.
Ich mag diesen Denkansatz. Zuerst hat er für mich nach altmodischer Auffassung von Wissenschaftskommunikation geklungen ("wenn wir ihnen nur mehr sagen, dann wird alles gut") - aber sich dann als total differenziert und tricky herausgestellt. Was allerdings beim Zuendedenken dabei herauskommt weiß ich noch nicht.

Vor dem nächsten Vortragsblock zum Thema "Die Zukunft der Wissenschaft" gibts erst mal eine Pause, sprich: nett-working steht am Programm. Ein neues Gimmick wird verteilt: der Marketing-Fächer mit Logo und so. Ich mag das, wenn Gimmicks auf Bedürfnisse der Leute etwas eingehen. Also nehme ich den dankend an. Immerhin ist es sehr warm und ein Platz unter dem Sonnenschirm ist rar.
A propos Bedürfnisse-Gimmick: Lecker Nüsse gab es auch. Und gratis natürlich. Eh klar. Und weil das das Einzig essbare war, was im Congress Centrum verteilt wurde, haben sich die Leute dankbar draufgestürzt.
Den dritten Vortragsblock an diesem Tag (Thema: "Der Blick nach Innen") versäume ich. Weil:

Das nächste Pressegespräch. Wieder unter Ausschluß von Licht und Luft. Die ARC präsentiert ihre Wissensbilanz 2006. Mir fällt das ungeschriebene Sitzordnungsgesetz auf: Am Tisch der RednerInnen nehmen die wichtigsten JournalistInnen platz usw. Die sind dann zum Glück auch jene, die Fragen stellen. Nichts ist peinlicher als die Minuten absoluten Stillschweigens... und die sind dann auch diejenigen die ihre Arbeit machen und Beiträge schreiben. So gesehen hat dieses "Gesetz" schon seinen Sinn...

Spätabends folgt dann wahrscheinlich die Hauptattraktion der Technologiegespräche, wenn man mal das netzwerken in den Vordergrund stellt: Der Empfang von Alcatel-Lucent, zu dem alle TeilnehmerInnen eingeladen sind. Also um die 800 Leute tummeln sich um mehrere Buffets. Essen, Trinken, Reden etc.
Was man nicht sieht: es dauert lange, es ist strategisch, dann wird weiter weggegangen (und wenn absurder Weise die Postalm schon gegen Mitternacht zusperrt, dann eben in die Waschkuchl. Und wenn die zu voll ist, dann bleiben wir eben auf der Straße stehen). Und wer nicht das Glück hat, direkt in Alpbach zu wohnen (weil zu spät angemeldet), der muss eben noch ein paar Kilometer mit dem Taxi fahren, bevors ins Bettchen geht. Serpentinenstraßen. Uff.

Dafür ist der morgendliche Blick auf die Bergidylle sehr sehr schön.
Weiter mit den Arbeitskreisen, die in der Hauptschule von Alpbach stattfinden.

Ich habe mich für den Arbeitskreis Nummer 11 entschieden zum Thema Second Life. Unerwarteter Weise ist der Arbeitskreis zum größten Teil sehr ausgewogen und daher auch kritisch. Während Peter Kotauczek von BEKO vor Second Life-Begeisterung nur so sprüht ist Alois Ferscha von der JK-Uni in Linz sehr ironisch und distanziert. Für mich am spannendsten war der Vortrag von Doris Rusch vom MIT Convergence Culture Consortium in Wien. Sie hat erklärt, warum Second Life kein Spiel ist...
... und dann geht auch schon mein Zug zurück. Dieses Jahr gabs für mich nur 2/3-Gespräche. Auch gut.
jupe - am Montag, 27. August 2007, 15:17 - Rubrik: wissenschaftliches