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Weblog von Julia Petschinka

 

Im Zug. Fünf Zeitschriften. Vier davon mit einem Beitrag über Charlotte Roches "Feuchtgebiete". Diesmal nur ein einziger mit netten Ideen - aus dem Süddeutschen Magazin (zur Verteidigung der EMMA, wo meiner Meinung nach die intelligenteste Herangehensweise gefunden wurde, muß ich sagen: die hab ich längst gelesen, die ist in dieser Statistik nicht mit drinnen).

Vor ein paar Monaten, wie das angefangen hat mit der Aufregung darüber und den ganzen Interviews, hab ich mir das Buch gekauft, um mir eine eigene Meinung zu bilden. Und ich hatte eigentlich vor, darüber zu schweigen. Aber jetzt wird mir das doch zu viel und der Drang, da auch meine Meinung los zu werden, ist sehr groß. Also gebe ich nach.

Zuerst, also noch vor dem Buch und während des Lesens der ersten Interviews mit Frau Roche, dachte ich: Ich mag Charlotte Roche. Wobei mögen... ich kenne sie ja nicht. Es ist viel mehr eine Art von Bewunderung für ihre Rotzfrechheit, für ihre Schönheit, für ihre Stärke und ihre Ideen.
Und dann verzeiht man einer von einem selbst bewunderten Frau doch viel eher das fehlgeschlagene, erste Buch, oder? Da ist man viel großzügiger. Da will ich mir vielleicht ihren Irrtum nicht eingestehen.

Der ganze Hype aber kratzt an ihrem Image. An jenem Image, das ich ihr errichtet habe. An dem, wie ich sie gerne gehabt hätte. Plötzlich lese ich Dinge, lächerliche Dinge, von ihr, die ich nicht wissen will. Sie vertritt Ansichten, die ich nicht verstehe, mit der gleichen Rotzfrechheit. Mein Bild von ihr ist verschmiert und nichts passt mehr.

Das Buch finde ich mißlungen. Ich weiß gar nicht: ist es für mich geschrieben? Ich dachte, ich würde in die Zielgruppe hineinpassen, fühle mich aber garnicht angesprochen von der 18jährigen Ich-Erzählerin, der ich kein einziges Wort glaube. Vielleicht sollte ich 18 sein, um mehr davon zu glauben? Die Geschichte hat keine Spannung, die mich irgendwie berührt. Sie lebt vom Spiel "wir denken uns eine Geschichte aus und schauen mal, wer noch ekeligere Details dazu erfinden kann". Aber das Spiel .... ist mit höchstens 13 schon längst ausgespielt gewesen. Alle ekeligen Details lagen auf dem Tisch, wurden betrachtet und weggewischt. Erledigt. Also schockiert es mich nicht mal, das Buch. Es fesselt mich auch nicht. Und lustig finde ich es auch nicht. Und am Ende ist alles gut und romantisch.

Mich nervt der Hype, das Buch und sie. Mittlerweile. Leider. Da hilft auch das schöne rosa Cover nicht mehr. Tja

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