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Weblog von Julia Petschinka

 
Ok, das ist wirklich lange her. Anfang Februar war die Tänzerin Maria Serrano in Wien. Ich habe für die anda einen Bericht darüber geschrieben, der erst jetzt veröffentlicht wurde. Weil da ein Spezialheft der anda über Gitarre dazwischen kam.
Nun also im Nach-nach-nachhinein der Text:

+++anda-text+++
3-4.Februar 2008, Maria Serrano „Flamenco por derecho“, Theater Akzent Wien
Sie hält, was ihr Image verspricht - und daher ist es auch nicht notwendig, den vor mehr als 10 Jahren über sie gesagten Satz zu verändern. Eine österreichische Zeitung nannte sie schon 1993 die „Voodoo-Königin des Flamenco“ anlässlich ihres Engagements bei Andre Hellers Magneten. Noch immer wird diese Beschreibung für Maria Serrano verwendet, so auch bei ihrer aktuellsten Produktion „Flamenco por derecho“. Maria Serrano hat einen unverkennbaren Stil, den sie konsequent ausbaut und pflegt. Ihre dominanten, lauten, rauen Bewegungen gemischt mit den schnellen Füssen haben Wiedererkennungswert und machen sie zu dem, was sie ist: eine zuverlässige, starke Flamencoperson mit viel Gespür für Showeffekte und Dramatik. An zwei Abenden zeigt die Tänzerin aus Sevilla ihre liebsten Flamencostücke in Wien: Solea por Buleria, Seguiriya, Tarantos. Auf einem eigens mitgebrachten Tablaoboden und von insgesamt sechs Musikern begleitet spaltet sie das Publikum des Theater Akzent. In jene, die schon vor der Pause begeistert sind und jene, die sich in der ersten Hälfte etwas langweilen – und in jene, die eine nuancierte Veränderung ihres Auftritts bemerken. Nach zwei Choreographien, Instrumentalstücken und einem verzierten Fandango, gesungen am Bühnenrand von Quisco de Alcalá, also die diskussionsreiche Pause. Mit Sätzen wie: „so muss Flamenco sein“ und: „der möchte ich aber nicht begegnen in der Nacht“ und: „die hat Feuer“ über: „Maria Serrano eben – da gibt es keine Überraschungen“ bis zu: „ist sie es oder nicht – schwanger nämlich?“. Der übliche Klatsch und Tratsch könnte man sich denken, wenn eine Tänzerin plötzlich nicht mehr nur Muskelpaket ist und Ausdauerkraft versprüht sondern ständig mit einem Tuch ihren Bauch umhüllt. Aber warum sind dann ihre Zapateados nicht so laut wie sonst? Warum ihre Ausstrahlung plötzlich nicht mehr so dominant und kämpferisch? Warum ihr Tanz nicht mehr so schnell wie ein Wirbelwind? Woher kommt die zarte Note in ihren Bewegungen? Eine Laune, ein langsamer Tag? Vielleicht. Ich finde, es tut ihrem Auftreten gut. Rundet es ab – im wahrsten Sinne des Wortes. Und dann die Versöhnung im zweiten Teil des Abends - der Teil, der das Publikum zu einer gemeinsamen, euphorischen Meinung bringt und die Skeptiker doch noch überzeugt. Maria Serrano tanzt einen langen Taranto voll geerdeter, ruhiger Schönheit und Eleganz. Ihre Gesten sind dramatisch und spannungsvoll – und ganz in gewohnter Manier gibt’s als Höhepunkt noch ein „te quiero“ fürs Publikum. Sie hält eben, was ihr Image verspricht.
Von Julia Petschinka

+++ende anda-text+++
 

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