
Ein Mädchen, das sich - entgegen gängigen Rollenklischees - wie ein Junge benimmt, wird im Amerikanischen "Tomboy" genannt. Aber ist ein Tom nicht auch immer schon ein Boy und der Begriff damit verräterisch tautologisch? Warum wird dieser doppelt männliche Ausdruck ausschließlich für Mädchen verwendet? Und warum kann ein Mann nicht lesbisch sein?
Thomas Meineckes Roman ist ein aberwitziges Labyrinth der "gender troubles". In "Tomboy" werden der Odenwald, die BASF und Bette Barclay, die US Army und die RAF, das Niebelungenlied, das Techno-Label "Source", Judith Butler, Otto Weininger und Ernst Bloch, US-Westküsten-Frauenbands, der "Playboy" und die "FAZ", D.H.Lawrence und Lacan miteinander verstrickt und zu einem merhspurigen Track abgemischt
(aus den Klappentexten des Buches)
Das Zitat des Tages lautet:
..."die Vorhaut Jesu, dem einzigen nicht zum Himmel aufgefahrenen Körperteil des Heilands"...
Es ist zwar aufgrund der Thematik nicht repräsentativ für dieses Buch (es geht nicht um Religion, und wenn doch, dann nur als Nebenprodukt), sehr wohl aber aufgrund der frechen, verschlungenen Gedanken und Ideen.
Allerwärmste Empfehlung meinerseits - für konzentrierte Stunden voller Erheiterung.