Ein paar Wochen vor der Abreise habe ich den twoday-Blog "Lost in Translation" entdeckt, in dem unter anderem auch die vielen kleinen und großen Erdbeben dokumentiert sind -> lostintranslation - Erdbeben. Klar macht das nervös, vor der Abreise. Klar, dass ich mir manchmal fassungslos die Frage gestellt habe "was für eine seltsame Idee, nach Japan zu fahren wo die doch schon seit längerem auf DAS große Beben warten!".Aber wie so oft war die Vorfreude und Neugierde größer. Und seltsamer Weise war ich nicht erleichtert sondern ein wenig enttäuscht, als ich am zweiten morgen aus der Dusche kam und mich die beiden anderen gefragt haben: "und, hast dus auch gespürt, das Erdbeben?".
Warum bin ich enttäuscht, wenn ich kein Erdbeben spüre? War ein kleiner Teil von mir etwa auf Sensations-Urlaub, aus auf den großen Naturkatastrophen-Kick? Schwachsinn.
Meine Portion Erdbeben (lieber würde ich hier Erdbeeren schreiben) bekam ich am Nachmittag des gleichen Tages: erschöpft vom Tagesprogramm und dem Jet-Lag gönnte ich mir ein Nachmittagsschläfchen, das durch eine wackelnde Wohnung unterbrochen wurde. Ein komisches und beängstigendes Gefühl, auch wenns kein starkes Beben war, wie sich später herausstellte (wer keine Erfahrung hat, kann das ja nicht einordnen). Schnell war die Enttäuschung vom Morgen vorbei, schnell hab ich mich über mich gewundert, wie ich mir nur ein kleines Beben wünschen habe können. Schnell hab ich gewußt, dass ich lieber kein Erdbeben mehr erleben will. Dann schon lieber Erdbeeren.
jupe - am Montag, 20. Juni 2005, 15:10 - Rubrik: The Japan File