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Jedes Jahr aufs Neue freue ich mich auf das ImpulsTanz-Festival in Wien. Auf die Kurse (dieses Jahr wirds für mich Butoh bei Ko Murobushi werden) und Vorstellungen. Immerhin: es ist Europas größtes zeitgenössisches Tanzfestival. Und das in Wien. Cool!
Und jedes Jahr, seit vielen Jahren, das gleiche Gefühl: Ich vermisse den Flamenco dort. Er würde dort perfekt hinpassen. Der Flamenco als offene Kunstform, die ständig in Bewegung ist. Der Flamenco als lebendiger Tanz im Hier und Jetzt.
Anfangs gab es jedes Jahr Flamenco bei ImpulsTanz. Zunächst von Nina Corti (Schweiz), die ich nicht kenne und niemals gesehen habe. Dann von Montse Sánchez und Ramon Baeza von Increpación Danza. Die Kurse waren immer ausgebucht - und für meine Auffassung passend zu ImpulsTanz, denn Montse und Ramon haben nicht den Folklore- und Volkstanz-Aspekt des Flamenco in den Vordergrund gestellt, sondern die Kunstform. Es gab keine getupften Röcke(*), die wild in der Gegend herumgewachelt wurden. Das einzige, was durch den Raum geflogen ist, waren unsere Körper.
Und dann war der Flamenco weg von ImpulsTanz. Von mehreren Seiten habe ich gehört: der Flamenco passt nicht mehr in das Konzept. ImpulsTanz konzentriert sich auf den zeitgenössischen Tanz, muss eine klare Linie verfolgen, da passt Flamenco nichtmehr hinein.
Das finde ich gut - nur: ich glaube, das stimmt nicht.
Nur so am Rande frage ich mich: was ist mit Hip Hop, Bollywood, Afro?
Ich vermute und befürchte, dass irgendwo in den ImpulsTanz-Köpfen ein festgefahrenes, möglicherweise veraltetes Bild von Flamenco entstanden ist, das dann tatsächlich nicht zum ImpulsTanz-Projekt dazupasst. Stimmt nämlich, ein Tupfenrock(*)-Traditions-Folklore-Flamenco passt wirklich nicht hinein. Aber das ist auch nicht alles am Flamenco. Flamenco kann und ist auch viel mehr. Mehr Intensität, mehr Offenheit, mehr Kommunikation. Flamenco ist nämlich nach wie vor lebendig, reagiert auf die Gegenwart, bewegt sich, verändert sich. Natürlich kommt es gerade hier auf die Personen an, die man einlädt. Aber es gibt sie: FlamencokünstlerInnen, die zeitgenössich denken und handeln und tanzen.
Einen Hinweis auf ein großes Flamenco-Missverständnis seitens ImpulsTanz habe ich im Programmheft von "Kino wie noch nie" (Open Air-Kino am Augartenspitz, 2.Juli-23.August) gefunden. Im Rahmen der Serie "Dancing Pictures" werden in Kooperation mit ImpulsTanz Tanzfilme gezeigt (suuuuper Idee, juhu!). Einer davon ist Carlos Sauras "Carmen" mit Antonio Gades und Paco de Lucia.
Bild von hier
Ein Meisterwerk des Flamenco-Tanzfilms mit guten Tänze(r)n, guter Musik und guter Geschichte. Spannungsgeladen und Tiefgründig. Und durch und durch FLAMENCO - aber das scheint nicht durchgedrungen zu sein, denn in der Ankündigung steht:
Der Film ist Carlos Sauras moderne, überaus erfolgreiche Ballettversion des Mythos um die Frau, die frei und keinem Mann verpflichtet sein will.
BALLETTVERSION ???
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Hier nochmal die Links:
ImpulsTanz
Die Flamenco-Gruppe Increpación Danza
Filmprogramm @ Kino wie noch nie
Schwerpunkt "Dancing Pictures" @ Kino wie noch nie
Filminfo: Carmen con Carlos Saura @ Kino wie noch nie
Ergänzend dazu: "Dancing Pictures" in der ImpulsTanz-Festival-Lounge
(*)zum Tupfenrock: in Wirklichkeit ist es so, dass ich nichts gegen Tupfenröcke habe - sie sind hier als wunderschön-einleuchtende Metapher für einen bestimmten Flamencostil, eine bestimmte Flamenco-Auffassung verwendet.
Und jedes Jahr, seit vielen Jahren, das gleiche Gefühl: Ich vermisse den Flamenco dort. Er würde dort perfekt hinpassen. Der Flamenco als offene Kunstform, die ständig in Bewegung ist. Der Flamenco als lebendiger Tanz im Hier und Jetzt.
Anfangs gab es jedes Jahr Flamenco bei ImpulsTanz. Zunächst von Nina Corti (Schweiz), die ich nicht kenne und niemals gesehen habe. Dann von Montse Sánchez und Ramon Baeza von Increpación Danza. Die Kurse waren immer ausgebucht - und für meine Auffassung passend zu ImpulsTanz, denn Montse und Ramon haben nicht den Folklore- und Volkstanz-Aspekt des Flamenco in den Vordergrund gestellt, sondern die Kunstform. Es gab keine getupften Röcke(*), die wild in der Gegend herumgewachelt wurden. Das einzige, was durch den Raum geflogen ist, waren unsere Körper.
Und dann war der Flamenco weg von ImpulsTanz. Von mehreren Seiten habe ich gehört: der Flamenco passt nicht mehr in das Konzept. ImpulsTanz konzentriert sich auf den zeitgenössischen Tanz, muss eine klare Linie verfolgen, da passt Flamenco nichtmehr hinein.
Das finde ich gut - nur: ich glaube, das stimmt nicht.
Nur so am Rande frage ich mich: was ist mit Hip Hop, Bollywood, Afro?
Ich vermute und befürchte, dass irgendwo in den ImpulsTanz-Köpfen ein festgefahrenes, möglicherweise veraltetes Bild von Flamenco entstanden ist, das dann tatsächlich nicht zum ImpulsTanz-Projekt dazupasst. Stimmt nämlich, ein Tupfenrock(*)-Traditions-Folklore-Flamenco passt wirklich nicht hinein. Aber das ist auch nicht alles am Flamenco. Flamenco kann und ist auch viel mehr. Mehr Intensität, mehr Offenheit, mehr Kommunikation. Flamenco ist nämlich nach wie vor lebendig, reagiert auf die Gegenwart, bewegt sich, verändert sich. Natürlich kommt es gerade hier auf die Personen an, die man einlädt. Aber es gibt sie: FlamencokünstlerInnen, die zeitgenössich denken und handeln und tanzen.
Einen Hinweis auf ein großes Flamenco-Missverständnis seitens ImpulsTanz habe ich im Programmheft von "Kino wie noch nie" (Open Air-Kino am Augartenspitz, 2.Juli-23.August) gefunden. Im Rahmen der Serie "Dancing Pictures" werden in Kooperation mit ImpulsTanz Tanzfilme gezeigt (suuuuper Idee, juhu!). Einer davon ist Carlos Sauras "Carmen" mit Antonio Gades und Paco de Lucia.
Der Film ist Carlos Sauras moderne, überaus erfolgreiche Ballettversion des Mythos um die Frau, die frei und keinem Mann verpflichtet sein will.
BALLETTVERSION ???
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Hier nochmal die Links:
ImpulsTanz
Die Flamenco-Gruppe Increpación Danza
Filmprogramm @ Kino wie noch nie
Schwerpunkt "Dancing Pictures" @ Kino wie noch nie
Filminfo: Carmen con Carlos Saura @ Kino wie noch nie
Ergänzend dazu: "Dancing Pictures" in der ImpulsTanz-Festival-Lounge
(*)zum Tupfenrock: in Wirklichkeit ist es so, dass ich nichts gegen Tupfenröcke habe - sie sind hier als wunderschön-einleuchtende Metapher für einen bestimmten Flamencostil, eine bestimmte Flamenco-Auffassung verwendet.