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Weblog von Julia Petschinka

 
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FESTIVAL im Raum Flamenco, 29.7.-4.8.2013, WIEN

IMG_1001 Infos: FESTIVAL im Raum Flamenco

Interview über das FESTIVAL in Zeitschrift anda

Programm Workshops, FESTIVAL im Raum Flamenco







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Alle Wiener Flamencotermine für 2013
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Das ist wirklich bei jedem Festival das gleiche, das ich als Bloggerin begleite. Irgendwann dreht sich nichts mehr um das Bloggen sondern um das unmittelbare Erleben - und ich hinke hinterher mit meinen Erzählungen. Das liegt auch daran, dass ich nicht nur von außen auf das Festival schaue und darüber schreibe, sondern auch von innen. Ich bin Workshopteilnehmerin und muss mich auch um mich und meinen Tanz kümmern. Ich bin Moderatorin und das braucht Zeit für Vor- und Nachbereitung. Und manchmal bin ich festivalmüde und sitze im Café und plaudere mit Freundinnen und Freunden. All das sind wichtige Teile eines Festivals und essenziell für ein vielseitiges Erlebnis. Das zu vereinen geht im Tanzhaus in Düsseldorf ausgesprochen gut. Es ist alles in einem Haus und das ist sehr bequem...
Manchmal dauern die Geschichten dann länger. Wie jetzt. Ich berichte mittlerweile aus einer anderen Stadt. Die Erinnerungen sind noch lebendig, das ist gut.

Am Sonntag gab es eine Kurs-Umstellung. Die meisten Workshops während des Festivals dauern 2 Tage, also war der erste Block (Fr/Sa) zu ende und der zweite hat begonnen (So/Mo). Das bringt wieder viele neue Leute ins Haus und viel Aufregung... viele Fragen. Nur der Workshop "Improvisation und Komposition im Flamencotanz" von Juan Carlos Lérida hat dieses Jahr 4 Tage gedauert - bei so einem Workshopthema ist das auch wichtig und gut. Auch in diesem Kurs gab es ab Sonntag eine wichtige Änderung: zum ersten Mal gab es Livemusik-Begleitung in diesem Kurs. Der Musiker Michio stürzte sich gemeinsam mit den 18 (!!!) TeilnehmerInnen in den Prozess der Improvisation und Komposition im Flamencotanz. Mit dabei hatte er seine Flamencogitarre, seine e-Gitarre, sein Musikarchiv mit Klängen, Tönen, Atmosphären und Rhythmen.

Ich finde die Livemusik-Begleitung gerade bei diesem Workshop extrem wichtig, um nicht in "irgendwelchen Sphären" während der Improvisation zu landen, sondern im Flamenco zu bleibem. Und für Flamenco ist Livemusik meiner Meinung nach ein wesentlicher Teil. Auch wegen der Dynamik und Unmittelbarkeit. Es war mit Michio und Juan Carlos Lérida eine aus meiner Sicht wirklich gute und fruchtbare Kombination!

Abends gings mit einiger Aufregung für mich weiter. Olga Pericet zeigte zum zweiten Mal ihr Stück "de una pieza". Am Vorabend habe ich mit Freundinnen und Freunden gesprochen, die sich die erste Aufführung angesehen haben. Sie waren nicht begeistert, fanden es zu distanziert, zu glatt... es waren ähnliche Gespräche wie nach dem Stück "Transito" von Marco Flores. Ich habe mich gefragt: bin ich trotz dieser Vorgespräche stark genug, meine eigene Meinung zu behalten? Und es hat sich herausgestellt: ja, in diesem Fall schon. Denn... ich wurde berührt.
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Begonnen hat das Stück mit einer Sessel-Rochade, die als wiederkehrendes Element eingesetzt wurde. Die habe ich nicht "verstanden" oder annehmen können. Das war mir an diesem Abend aber egal. Für mich standen die beiden tanzenden Künstler_innen im Mittelpunkt: Olga Pericet und Juan Amaya. Olga Pericet zeigte drei Choreografien aus früheren Produktionen, die ihr besonders am Herzen liegen: den Fandangos mit Bata de Cola aus "Bailes alegres para personas tristes", eine Seguiriya aus einer Produktion mit "Chanta la Mui" und die Cantinyas aus ihrem aktuellen Programm "Rosa, Metal, Ceniza".



Mich hat die Seguiriya stark berührt, sie hat mich erreicht und ich habe mich darauf eingelassen. Es war ein guter Moment.

Juan Amaya ist ein verblüffender, überraschender Flamencotänzer. Ich war mir anfangs nicht ganz sicher, ob er einer Rolle tanzt, einen speziellen Charakter darstellen will, oder ob das sein Stil ist. Im Laufe des Abends stellte sich heraus: sein Stil ist so eigenwillig. Er wirkte zeitweise sehr feminin auf mich - nur um dann mit dem nächsten Schritt wieder so eine vulkanartige, maskuline Energie zu erzeugen. Im anschließenden Publikumsgespräch (noch so eine Aufregung für mich, da ich die Moderation und Übersetzung übernommen habe) erzählte Olga Pericet, dass sie in ihm so eine ursprüngliche, direkte Art Flamenco zu tanzen sieht und genau das wollte sie in ihrem Programm haben. Ich fand auch, dass beide fast gegensätzlich waren. Sie haben nicht zusammen gepasst aber waren eine gute Ergänzung.

Am nachsten Tag zum Abschluß kam Leonor Leal mit "eLe, eLe"... darüber muss ich noch nachdenken und Worte finden. Das kommt später.
 

cc

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