Eine kurze Twitter-Meldung von Yoko Ono beschäftigt mich seit Tagen:
A viewer becomes an artist, too, by viewing the work. You require the sensitivity of the artist, to understand the work. (Yoko Ono)
Und zwar ganz konkret im Hinblick auf das Schreiben über Kunst, und noch ein bißchen konkreter, nämlich auf mich bezogen: das Schreiben über Flamencotanz. Ja, das mag jetzt sehr speziell sein, aber die Frage ist doch immer gleich:
Wenn ich als Betrachterin durch das Betrachten selbst zur Künstlerin werde, weil ich mich (im idealsten Fall) so sehr auf das Gezeigte einschwingen muss - was passiert dann in weiterer Folge mit dem, was ich produziere? Ist das dann auch Kunst und werden die LeserInnen dann nicht auch aufgefordert, sich auf mich und mein Geschriebenes einzuschwingen, um mich zu verstehen - und werden sie dann nicht auch KünstlerInnen?
Klingt doch irgendwie nach stiller Kunstpost, oder künstlicher (künstlerischer) stille Post? Aber macht ja nix. Es ist ja auch nirgends der Anspruch der Objektivität drinnen (oder doch?) und daher darf doch auch das Kunstwerk verändert werden (was bei stiller Post der Fall ist).
Gleichzeitig: habe ich die Aufgabe als Beschreiberin/Kritikerin von Kunst ein gewisses Mass an Objektivität einzuhalten? Wird das nicht erwartet von mir? Erwarten die KünstlerInnen von KritikerInnen und BeschreiberInnen ein höchstes Mass an Objektivität, weil es sonst eher zufällig ist, was als Text produziert wird, je nach persönlicher Meinung und Tagesverfassung (wobei es da natürlich auch auf die Fingerfertigkeit von Schreibenden ankommt... es gibt ja auch Zwischenbereiche und nicht nur so-oder-so)? Aber wie geht das in Wirklichkeit bei so einem persönlichen Thema wie Kunst?
Wenn ich anderer Leute Kritiken und Beschreibungen von KünstlerInnen und Werken lese - nichts davon ist objektiv. Immer schwingt die eigene Meinung und Haltung mit. Immer wird dann was ganz eigenes daraus. Es kommt dann wohl darauf an, wie die Texte geschrieben sind, was transportiert wird.
Jaja, da gibt es auch Texte, die sich so sehr in den Vordergrund drängen, dass das Kunstwerk "dahinter" kaum mehr sichtbar ist. Ist das jetzt gut, weil ganz ein eigenes Kunstwerk entstanden ist - oder schlecht, weil die Ausgangskunst verschwindet???
Und noch eine Frage: ist eine objektive Beschreibung nicht einschläfernd langweilig, wenn sie überhaupt möglich ist?
Es ist eine Frage, die ich mir immer wieder stelle und eigentlich bin ich froh, wieder so eine Reflexionsmotivation durch den kurzen Satz von Yoko Ono bekommen zu haben.
A viewer becomes an artist, too, by viewing the work. You require the sensitivity of the artist, to understand the work. (Yoko Ono)
Und zwar ganz konkret im Hinblick auf das Schreiben über Kunst, und noch ein bißchen konkreter, nämlich auf mich bezogen: das Schreiben über Flamencotanz. Ja, das mag jetzt sehr speziell sein, aber die Frage ist doch immer gleich:
Wenn ich als Betrachterin durch das Betrachten selbst zur Künstlerin werde, weil ich mich (im idealsten Fall) so sehr auf das Gezeigte einschwingen muss - was passiert dann in weiterer Folge mit dem, was ich produziere? Ist das dann auch Kunst und werden die LeserInnen dann nicht auch aufgefordert, sich auf mich und mein Geschriebenes einzuschwingen, um mich zu verstehen - und werden sie dann nicht auch KünstlerInnen?
Klingt doch irgendwie nach stiller Kunstpost, oder künstlicher (künstlerischer) stille Post? Aber macht ja nix. Es ist ja auch nirgends der Anspruch der Objektivität drinnen (oder doch?) und daher darf doch auch das Kunstwerk verändert werden (was bei stiller Post der Fall ist).
Gleichzeitig: habe ich die Aufgabe als Beschreiberin/Kritikerin von Kunst ein gewisses Mass an Objektivität einzuhalten? Wird das nicht erwartet von mir? Erwarten die KünstlerInnen von KritikerInnen und BeschreiberInnen ein höchstes Mass an Objektivität, weil es sonst eher zufällig ist, was als Text produziert wird, je nach persönlicher Meinung und Tagesverfassung (wobei es da natürlich auch auf die Fingerfertigkeit von Schreibenden ankommt... es gibt ja auch Zwischenbereiche und nicht nur so-oder-so)? Aber wie geht das in Wirklichkeit bei so einem persönlichen Thema wie Kunst?
Wenn ich anderer Leute Kritiken und Beschreibungen von KünstlerInnen und Werken lese - nichts davon ist objektiv. Immer schwingt die eigene Meinung und Haltung mit. Immer wird dann was ganz eigenes daraus. Es kommt dann wohl darauf an, wie die Texte geschrieben sind, was transportiert wird.
Jaja, da gibt es auch Texte, die sich so sehr in den Vordergrund drängen, dass das Kunstwerk "dahinter" kaum mehr sichtbar ist. Ist das jetzt gut, weil ganz ein eigenes Kunstwerk entstanden ist - oder schlecht, weil die Ausgangskunst verschwindet???
Und noch eine Frage: ist eine objektive Beschreibung nicht einschläfernd langweilig, wenn sie überhaupt möglich ist?
Es ist eine Frage, die ich mir immer wieder stelle und eigentlich bin ich froh, wieder so eine Reflexionsmotivation durch den kurzen Satz von Yoko Ono bekommen zu haben.
jele (Gast) meinte am 18. Aug, 15:54:
hm...
jele (Gast) antwortete am 20. Aug, 01:06:
...es hat mich zum nachdenken gebracht und lässt nicht los...