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picture taken by aimee blaskovic
Weblog von Julia Petschinka

 

The Japan File

Wie jetzt, was jetzt: die JapanerInnen wollen jetzt auch die Fingerabdrücke von AusländerInnen bei der Einreise ? *empör*

Mehr dazu: The Japan Probe: Prepare to be Fingerprinted, Foreigners!

aaaah, so viele leute! Na bitte möcht ich dort NICHT drinnen sein!!!



via Tokyomango.com
Hintergrundinfos gibts dazu auf www.kilian-nakamura.com

japanisches-tetris

Die japanische Variante von Tetris? http://www.glumbert.com/media/japtetris

Was mir auffällt: es sind ungewöhnlich große Japaner, die in der Show mitmachen! Sonst wundert mich eigentlich gar nix :-)

070504-sumo-pictures
Aus: National Geographic News - Week in Photos, Link

Tokyo, Japan, April 28, 2007—Amateur sumo wrestlers try their hardest to make babies cry during the Nakizumo, or "crying sumo" competition at Sensoji Temple. With a priest taunting and tormenting the infants, the winner is the first one who cries. In the case of a tie, the louder wailer wins.

The belief in Japan is that crying is good for babies, so the ceremony is meant to bestow wishes of health.

osborn04

Japanische Generationen - fotografiert von Bruce Osborne.
Ein paar dieser wunderbaren Bilder gibt es hier inkl Interview mit dem Fotografen.

There surely are extensive sociological studies of the Japanese society: figures, numbers, tiny print on countless pages and lots of dry charts, too. But what about a more artistic, visual approach? In 1982 American photographer Bruce Osborn began what has become his lifelong work: the Oyako series. For the last 25 years he took pictures of one parent with one child in a white studio setting.


via boingboing

SakuraBlossomsCloseUp
Copyright: see below text

Wow, jetzt ist es schon weit über ein Jahr her, dass ich in Japan war, und noch immer läßt es mich nicht los. Das Land und seine Leute, ihre Gewohnheiten und Gebräuche. Das Essen, die Natur. Einen Schub Erinnerungen hab ich auch gerade hinter mir, denn endlich endlich ist das Fotoalbum fertig geklebt, die Reise wieder und wieder erlebt. Natürlich fokussiert das die Wahrnehmung und überall finde ich plötzlich Meldungen aus und über Japan. Im aktuellen .copy etwa: ein Bericht über das Weihnachtsfeiern in Japan und einer über Jugendliche, die sich aus der Welt zurück ziehen.
Oder das neue GEO-Reisen zum Thema Japan... gerade zur rechten Zeit erschienen, während ich in anhand des Albums wieder die Gassen von Kyoto entlangstreife, den verrückt gekleideten Mädchen in Harajuku hinterherfotographiere oder mich auf so einem high-tech-Klo blamiere. Das Geo-Heft ist gespickt mit vielen "ah, da war ich auch"-Bildern und "oh, das muss ich noch unbedingt anschauen das nächste Mal"-Geschichten, denn ein nächstes Mal wird es bestimmt irgendwann mal geben. Ja, es war so (!) faszinierend.

Aber die Krönung an japanischer Typischheit steht heute im Standard zum Thema Sushi außerhalb von Japan. Im Beitrag Japan schickt eigene Sushi-Inspektoren aus wird beschrieben, dass die Qualität des japanischen Essens außerhalb Japans nicht gut genug wäre (also, nicht Japanisch genug) und dass daher das japansiche Landwirtschaftsministerium inkognito-Kontrolleure ausschickt. Derzeit sollen sie sich gerade durch die Pariser Sushi-Welt knabbern.... wirklich köstlich.
Natürlich gibts Pluspunkte in der Bewertung, wenn zur Zubereitung der Speisen original japanische Zutaten verwendet werden (die es meistens nur in japan zu kaufen gibt - denn die Exportware ist natürlich nicht von so hoher Qualität, oder?). Dass so ein "original-japanisches-essen-garantie"-Gütesiegel nicht nur für Konsumenten gut ist sondern (vor allem?) auch für die japanische Wirtschaft ist doch klar...

Ich jedenfalls habe mein japanisches Lieblingsrestaurant in Wien schon gefunden - und angeblich kochen die dort auch wirklich "original" japanisch (meinte eine japanische Bekannte mal): Hidori


***
Image-Copyright: This Wikipedia and Wikimedia Commons image is from the user Chris 73 and is freely available at http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:SakuraBlossomsCloseUp.jpg under the creative commons cc-by-sa 2.5 license.

War es durch den Film "Memories of a Geisha" oder kommt der Asia-Trend auch von alleine in die Modeseiten der Magazine?
Zitate von Kimono-Gürteln wickeln sich um die knöchernen Hüften der Models; es blühen japanische Kirschblüten auf Blusen und Röcken und alte Ukiyo-e-Drucke zieren rosa Jerseykleider im 80ies-Schnitt. Während die westliche Modewelt wiedermal versucht, die asiatische Geisha-Blumen Romantik zu imitiern, ist die "japanische cool- und hip- Szene" damit beschäftigt, den modischen Ausgang ihrer Traditionskleidung zu suchen. Das, indem sich die ProtagonistInnen in westliche Punkrock-Uniformen schälen oder als Mangafiguren bzw Comichelden in Plüschanzügen durch die Strassen hüpfen.
Wie immer: the grass is always greener on the other side.

Besonders belustigend finde ich es, wenn "wir" die verrückte Mode der JapanerInnen imitieren, während die sich von ihrer Tradition lösen, in dem sie westliche Stile mit japanischem Trash mischen. Wir imitieren sie während sie uns imitieren? Herrlich. Es lebe das Imitat.

harajuku_girls"Kennst du eigentlich Fruits?" fragt mich mein Friseur, nachdem ich ihm von der Japanreise erzählt habe, und hält mir ein buntes Buch unter die Nase. Fruits, das sind etwa 200 Seiten gespickt mit "verrückten" JapanerInnen in Neonstrümpfen, Plateauschuh-Alpträumen, Rüschenröckchen, Karoanzügen und rosa Plüschhemdchen. Fruits ist grell, Fruits ist absurd und Fruits weckt Erinnerungen an die Spaziergänge durch Tokios Bezirk HARAJUKU. Dort decken sich die Punks mit Fetzenjeans und Japanischer Streetwear ein. Dort kaufen hippe JapanerInnen ihren gerade so modernen 80ies Trash-Look. Und dort erstehen die von Gwen Stefani so verehrten "Harajuku-Girls" ihre Rotkäppchenkostüme und blonden Perücken.

Where the catwalk got its claws
All you fashion know-it-alls
With your underground malls
In the world of Harajuku
Putting on a show, when you dress up in your clothes
Wild hair color and cell phones
Your accessories are dead on

[chorus 2x]
Harajuku girls, you got the wicked style
I like the way that you are
I am your biggest fan, oh

Harajuku girls
I'm looking at you girls
You're so original girls
You got the look that makes you stand out
Harajuku girls, I’m looking at you girls
You mix and match it girls
You dress so fly and just parade around (arigato)

"Oh, ein paar dieser Modewahnsinnigkeiten habe ich auch in meine kleine Kamera gelockt" sage ich und frage mich, wie der Fotograf so viele bunte "Exemplare" gefunden hat und wie oft er dafür in Japan war und wo und für wie lange?*
Denn so gehäuft wie in Fruits treten "sie" natürlich nicht auf. Man sieht sie zwar, die "Harajuku-Girls" und auch jene, die sich in Pokémon-Overalls zippen und Plüschohren aufsetzen. Wenn man Glück hat, läuft einem sogar ein Japaner mit umgeschnallter weiblicher Brust über den Weg. Aber diese Momente voyeuristeischen Glücks sind selten. Auch wenn junge JapanerInnen großteils witziger, ausgefallener, extremer und bunter angezogen sind als "wir hier" - für einen Auftritt in Fruits würde es bei den wenigsten reichen.

Link: www.harajuku.jp/eng/ bietet eine virtuelle Tour durch Harajuku
Das Buch heißt: FRUITS, ist von Soichi Aoki und auf Amazon auffindbar
Es gibt auch ein Magazin namens FRUITS: http://photojpn.org/books/mags/fruits.html, erscheint monatlich und bietet: unconventional, colorful, and sometimes wild street fashion and hairstyles of young people in Japan (mainly Harajuku, Tokyo).
--

*Die Antwort liefert Amazon: der Fotograf ist Japaner (Shoichi Aoki) und hat in Harajuku seine Fotos gemacht. Tja, wenn man an der Quelle sitzt...

tokioEin paar Wochen vor der Abreise habe ich den twoday-Blog "Lost in Translation" entdeckt, in dem unter anderem auch die vielen kleinen und großen Erdbeben dokumentiert sind -> lostintranslation - Erdbeben. Klar macht das nervös, vor der Abreise. Klar, dass ich mir manchmal fassungslos die Frage gestellt habe "was für eine seltsame Idee, nach Japan zu fahren wo die doch schon seit längerem auf DAS große Beben warten!".
Aber wie so oft war die Vorfreude und Neugierde größer. Und seltsamer Weise war ich nicht erleichtert sondern ein wenig enttäuscht, als ich am zweiten morgen aus der Dusche kam und mich die beiden anderen gefragt haben: "und, hast dus auch gespürt, das Erdbeben?".
Warum bin ich enttäuscht, wenn ich kein Erdbeben spüre? War ein kleiner Teil von mir etwa auf Sensations-Urlaub, aus auf den großen Naturkatastrophen-Kick? Schwachsinn.
Meine Portion Erdbeben (lieber würde ich hier Erdbeeren schreiben) bekam ich am Nachmittag des gleichen Tages: erschöpft vom Tagesprogramm und dem Jet-Lag gönnte ich mir ein Nachmittagsschläfchen, das durch eine wackelnde Wohnung unterbrochen wurde. Ein komisches und beängstigendes Gefühl, auch wenns kein starkes Beben war, wie sich später herausstellte (wer keine Erfahrung hat, kann das ja nicht einordnen). Schnell war die Enttäuschung vom Morgen vorbei, schnell hab ich mich über mich gewundert, wie ich mir nur ein kleines Beben wünschen habe können. Schnell hab ich gewußt, dass ich lieber kein Erdbeben mehr erleben will. Dann schon lieber Erdbeeren.

sashimiZurück zu Hause bemerke ich oft, wie mir die japanische Essenskultur fehlt. Die Freude an unterschiedlichen, sich auf den ersten Hinschmecker widersprechenden Geschmacksrichtungen, das liebevolle Zubereiten von Kleinstspeisen, das Neue... all das erschien mir selbstverständlich in Japan, wo man jede winzige Rettichfaser bewußter erkostet als zu Hause.

Wer das in Wien erleben will, dem kann ich das Lokal "HIDORI" empfehlen. Die Einrichtung ist ein kleiner Kompromiss zwischen Europa und Japan, die Speisekarte hält sich meiner Meinung genau an japanische Geschmäcker. Die Preise wiederum orientieren sich weniger am Yen als am Euro, sind also im Moment teurer als in Japan.
Sashimi im Hidori ist herrlich, die kleinen Fischchens zergehen auf der Zunge ohne äußeres Zutun. Das eingelegte Gemüse ist fast so sauer wie in Japan, die gedämpften Sojabohnen hingegen mindestens genauso witzig zu verspeisen... und es gibt Yakitori (Spießchen) in vielen Variationen zum Durchkosten. Kleine Gedichte sollen auch die Jakobsmuscheln sein - aber die kommen nächstes Mal dran. Dazu Asahi, das japanische Bier, oder Tee. Und viele Verbeugungen der KellnerInnen, was aus der Distanz betrachtet mittlerweile richtig süß wirkt.

 

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