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Weblog von Julia Petschinka

 

wissenschaftliches

16reality3683
Einer der besten Quantenphysik-Artikel, hinsichtlich Inhalt und Form, ist finde ich "The reality tests" von Joshua Roebke - erschienen Anfang Juni im Seed Magazine: The reality tests
A team of physicists in Vienna has devised experiments that may answer one of the enduring riddles of science: Do we create the world just by looking at it?

Für mich persönlich ist es auch deshalb ein besonderer Artikel, weil er meine physikalische Vergangenheit so schön vor mir ausrollt. Die Orte, die Personen, die Themen. Für mich sind so viele Anknüpfungspunkte an Vergangenes drinnen, wie etwa die rote Couch in Zeilingers Büro, der experimentelle Aufbau, Markus, Caslav, der Eingang, die Glas-Vitrine, die Dank Thomas statt auf dem Müll beim Restaurator landete....

Und ein großes Lob, wenn ich schon dabei bin, auch für die Fotos, die in ihrer Distanziertheit und Klarheit meines Erachtens perfekt zum Artikel passen.

Bravo!

(via GueSt - einE emsigeR KommentatorIn auf www.sciblog.at)

(aus meiner Mailbox):
An diesem Freitag, 23.5., geht researchgate.net live, eine internationale Plattform, die so ähnlich wie Facebook funktioniert, sich aber an Forscher und Wissenschaftler aller Disziplinen richtet, mit anfänglichem Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften ("Science 2.0").

Interessenten können auf researchgate.net ein Profil einrichten und dann ihre akademischen Kontakte pflegen, Diskussionsforen gründen, Social Bookmarks eintragen und abrufen, das "Live-Conferencing" nutzen etc. Bisher gibt es eine Beta-Version, die schon viele hochrangige Mitglieder hat, beispielsweise Lehrstuhlinhaber aus Harvard, Yale, Cambridge.

Der Gründer ist ein 27 Jahre alter Deutscher, promovierter Virologe, der unter anderem an der Harvard Medical School geforscht hat. Auch die anderen Mitglieder des Führungsteams kommen von internationalen Eliteuniversitäten.


Und aus deren Vision:
The concepts of Science 2.0 will have to be developed with the science community. The change will happen - the question is not whether at all, but when and how.

ResearchGATE is a part of the Science 2.0 community and will evolve with the community.

ResearchGATE is for scientists built by scientists driven by the concept of Science 2.0


(das ist auch in www.sciblog.at geposted)

Eigentlich ists aus Nachrichtensicht ja längst verjährt - sprich: ein paar Wochen her - dass ich in den Vorrunden von Famelab2008 als Jurymitglied gesessen bin. Damals hab ich mir fest vorgenommen, gleich was darüber zu schreiben. Wußte dann aber nicht so recht was eigentlich... Bezeichnend? Nein, ganz und gar nicht! Lag wohl eher am Schnupfen, der auf Fieberwellen dahergeritten kam und mich ziemlich abgelenkt hat.
Zum ersten Mal war FameLab in Graz. Und als wir Jurymitglieder im Joanneum Research angetanzt kamen, war gähnende Leere zu finden. Außer einem tapferen Kandidaten sonst niemand. Das war verwunderlich und natürlich enttäuschend - viele klemmten sich daher gleich hinter die Telefone, um KollegInnen für die Vorrunde zu motivieren. Die Vorrunde in Graz war demnach von spontanen Vorträgen geprägt. Und für mich von einem Satz, den mir mein Jurynachbar ins Ohr flüsterte: "Frau Petschinka, ich glaube, ich muß ihnen mal was über Wissenschaftskommunikation erklären - ich verstehe überhaupt nicht, nach welchen Kriterien sie hier urteilen!". Das hat mich doch einigermaßen irritiert.

Die nächste Station: Linz.
Die OrganisatorInnen haben ihre Lektion in Graz gelernt: sie machten ihre Runden in den Labors und Instituten und konnten so bereits genügend KandidatInnen für die Linzer Vorrunde motivieren. Die Vize-Rektorin hielt ihre Begrüßungsrede und wollte dann eigentlich gleich wieder abzischen... blieb dann aber doch bis zum Ende der ersten Vorrundenrunde - und das war ein sehr nettes Kompliment an die KandidatInnen, finde ich.
Wieder mit dabei (wie in allen Vorrunden): der Moderator Günter Getzinger, Leiter des Interuniversitären Forschungszentrums für Technik, Arbeit und Kultur in Graz. Ein wandelndes Anekdotenlexikon und immer wieder beeindruckend. Anfangs fand ich, dass seine Einleitungen zu lange und schnörkselig waren im Vergleich zu den drei Minuten, die die nervösen KandidatInnen zur Verfügung hatten - aber dann hat er sich immer wieder gut eingependelt und verblüffende Dinge erzählt. Wirklich unglaublich - er kann zu jedem Thema eine kleine Geschichte erzählen oder findet eine gute Überleitung.
Außerdem ist das ja klarer Weise etwas unfair von mir: ich und der Kollege vom FWF waren die einzigen Jurymitglieder, die bei allen drei Vorrunden dabei waren. Und wir haben vieles natürlich doppelt und dreifach gehört, was der Moderator erzählt hat... für alle anderen wars neu und frisch und daher besser.

Station Nummer 3: Wien Hier gabs die meisten Anmeldungen und wir mußten zum ersten Mal zwischen der ersten und zweiten Runde bereits ein paar KandidatInnen nach Hause schicken. Eine schwierige Aufgabe mit viel Diskussion und letztendlich einer Jury-internen Abstimmung. Es ist ein unangenehmes Gefühl, überstimmt zu werden. Aber so ist die Demokratie wahrscheinlich. Unangenehm und doch wieder gut (hoffentlich).
Und dann wieder am Ende: nochmal so eine knappe Abstimmung und wieder wurde ich überstimmt (ok, was hilft: nicht ich alleine - also wars umso knapper).
Was wirklich schwierig war: da war eine KandidatIn - eine Architektin - mit so viel Weitblick und Überblick und Wissen; die war wirklich faszinierend. leider ist sie nicht zum Punkt gekommen und leider war sie in der schwierigen Situation, dass sie für die zweite Runde keine Kinderbetreuung gefunden hat. Also war sie da, mit irritiertem (und daher unruhigem) Kind am Arm. Ein deutliches Beispiel für die Situation der Frau in der Wissenschaft, oder? Aber darum ging es nicht. Oder doch? Es gibt in Juryzusammensetzungen dann immer wieder den Reflex: nein, wir wählen sie nicht, nur weil sie jetzt mit dem Kind da ist. Oder (nicht dieses Mal): nein, wir können sie jetzt nicht wählen, nur weil sie eine Frau ist.
Plötzlich (und das habe ich während meiner wenigen Jury-Erfahrungen jetzt erschreckend oft herausgefunden) sind die Abwehrreflexe gegen Nebenfaktoren (Kind, Frausein... ja, sind in diesem Zusammenhang glaub ich wirklich nebenfaktoren, oder?) viel stärker als die Konzentration auf das, worum es eigentlich geht. Und was will man gegen "überkorrekte Frauen" machen, die sich dann aus Angst, als Frauenunterstützerin zu gelte, partout gegen die Frauen stemmt? Auch erlebt.
Ich habe wiedermal gelernt: Wenn Frauen auftreten, die nicht in das Schema passen - oder doch, dann aber zu sehr, oder vielleicht grad in der Mitte sind, aber dann langweilig... dann gehts immer noch um andere Dinge. Dann werden immer noch andere Maßstäbe angelegt. Und dann findet die Diskussion auf ganz anderen Ebenen statt. Das ist komisch. Und ich weiß leider noch immer nicht wirklich, wie ich darauf reagieren soll (außer mit Wut, aber die bringt mich nicht wirklich weiter - auch schon ausprobiert!). Wie ist die richtige Strategie, um in einer Jurysitzung von Nebenschauplätzen wieder zurück zu kommen? In 20 Minuten? Vielleicht ist das hier der erste Schritt. Ein Ordnen der Gedanken und Begebenheiten. Na dann!

Das Finale: Technisches Museum in Wien. Dass die Veranstaltung an einem Samstag stattfindet löst einiges an Murren aus. Für viele ist FameLab viel mehr Beruf als Privat. Aber abgesehen davon: Eine gute Veranstaltung. Schön fand ich die kleinen Filmchen über die Auditions (die Vorrunden). Weniger schön fand ich die Größe der Jury (ok, und dass ich nicht in der Jury war hat mich auch etwas verärgert - aber ich verstehe die Gründe gut). Und die Besetzung (aber ich verstehe die Gründe gut). Hier zeigte sich deutlich: die Interessend der SponsorInnen sind nicht die Interessen des Publikums. Wie man diesen Widerspruch auflöst? Hm.
Die KandidatInnen waren allesamt sehr gut. Ganz besonders hat mich das Blackout meiner Lieblingskandidatin geschmerzt - und viele andere auch. Aber so ist das nun mal und passiert allen irgendwann einmal.
Ich hab an diesem Abend zum ersten Mal Prof. Taschner erzählen gehört. Der ist ja wirlich extrem beeindruckend. Es ist unglaublich angenehm ihm zuzuhören - und wie er und was er erzählt hat Hand und Fuß, einen Anfang und ein Ende und viele Hochs zwischendrinnen. Bravo! So gesehen: gut, dass ich nicht in der Jury war, denn während Taschner erzählte, diskutierte die Jury im Hinterzimmer!
Ich bin mit dem Ergebnis übrigens sehr zufrieden. Jetzt bin ich gespannt, ob der Herr Gewinner mehr "verwertet" wird als der Vorjahressieger. Aber das weiß man erst im Nachhinein. Dann, wenn man immer gscheiter ist.

Hier gibts Fotos dazu: FameLab2008 - Bildergalerie @ www.britishcouncil.orf
Das hab ich über die Audiopreis geschrieben:

cover-heureka-108Die aktuelle Ausgabe vom Wissenschaftsmagazin Heureka ist erschienen und auch online lesbar:
http://www.falter.at/heureka/

Aus dem Editorial
Die stereotype Vorstellung, dass Wissenschaft eine männliche Sache sei, ist nur schwer aus der Welt zu schaffen, zumal die Sprache und die Medien dieses Klischee noch verstärken. Deshalb weisen wir explizit darauf hin, dass in diesem Heft die Verwendung von Begriffen wie „Professoren“ geschlechtsneutral gemeint ist. Wir sind uns aber auch bewusst, dass wir in der
Vergangenenheit – auch und zumal bei den befragten Expertinnen und Experten – einen gewissen Gender-Bias hatten (s. S. 16). Wir geloben Besserung. Mit der Ö1-Wissenschaftsjournalistin Birgit Dalheimer sitzt nun jedenfalls auch eine Frau im heureka!-Redaktionsteam. Das wurde nach zehn Jahren auch wirklich Zeit.


(diesen Beitrag habe ich auch im SciBlog veröffentlicht)

Die FinalistInnen des diesjährigen FameLab-Wettbewerbs haben wieder Audiofiles zu vorgegebenen Fragen erstellt. Damit rittern sie um einen der drei Finalpreise - den Audiopreis nämlich.
Gedacht war, mittels Onlinevoting den/die PreisträgerIn zu ermitteln - aber eine manipulative Kraft funkte dazwischen, sodaß sich die BetreiberInnen für das Abschalten des Onlinevotings entschieden haben.

Wie jetzt die Bestimmung der/des Gewinnerin/Gewinners durchgeführt wird, kann ich nur erraten bzw aus einer Email der FameLab-VeranstalterInnen erschließen: Eine Email erging an alle FameLab-Jurymitglieder (also, Vorrunden 1,2,3 und Finale) mit der Bitte um Email-Voting. Hab ich gemacht. Mal sehen.

Die Audiofiles kann man sich noch anhören:
FameLab - Audiofiles @ science.orf.at

Und ja, morgen ist das Finale im Technischen Museum. Da erfahren wir auch, wer das "Online"-Voting gewonnen hat.

storypart_255406Heute vor 150 Jahren wurde Max Planck geboren. Der vom Planckschen Wirkungsquantum, der, der die Physik letztendlich wiedermal ziemlich revolutioniert hat.
Mit Max Planck verbindet mich -abgesehen vom Studium- eine witzige Erfahrung. Anläßlich von 100 Jahre Quantenphysik gab es in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eine große Ausstellung - und ich durfte als Vermittlerin dort arbeiten. Ich hab SchülerInnen durch die Entwicklung der Quantenphysik von der Gaslampe bis zur Schrödingergleichung geführt. Planck war da natürlich zentral!
War witzig und ... mein erster echter Vermittlungsjob eigentlich. Und eine sehr gute Ausstellung, ganz nebenbei.
Links über Max Planck:
http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Planck
http://science.orf.at/science/news/151374

"Sprechen Sie Wissenschaft? Wissenschaftssprache im öffentlichen Dialog" heißt eine Initiative von BMWF und Ö1 Wissenschaft. Forscher und Forscherinnen verschiedener Disziplinen reflektieren dabei in science.ORF.at in Gastbeiträgen und Interviews über den wissenschaftlichen Sprachgebrauch und den Bedarf an Wissenschaftskommunikation.

Hier gehts zu den Beiträgen:
http://science.orf.at/science/news/150954
Hier gehts zum bmwf zu diesem Thema:
http://www.bmwf.gv.at/...sprechen_sie_wissenschaft/

Diesen Beitrag habe ich auch im SciBlog veröffentlicht

...na, mal sehen was da heute und morgen so passieren wird.
Und: wirds auch Wissenschaft geben? Also: Wissenschaftsberichterstattungsanalysen oder so? Ich bin gespannt.

Link: http://www.newspaper-congress.eu/

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Man nehme: Ein paar DNA-Stränge, ein Atom-Kraft-Mikroskop (hihi, das ist die lustige Übersetzung für "atomic force microscope") und einen kreativen Geist - schüttle, rühre, falte, walte und dann: schöne Bildchens in Nanogröße gemacht aus DNA.
Derzeit zu sehen im MoMA in New York im Rahmen der Ausstellung "Design and the elastic mind".

Scientific American berichtet darüber: When art and science meet
Der Künstler/Wissenschaftler: Paul Rothemund vom Caltech
Die Ausstellung im MoMA: Design and the elastic mind
Zur Slideshow des DNA-Origami: slideshow

Morgen starten die Vorrunden des Wettbewerbs "Famelab 2008". Gesucht wird das neue Gesicht der Wissenschaft (ein junges Gesicht, nicht älter als 35 nämlich).
Ich bin auch wieder mit dabei - allerdings nicht als Bewerberin sondern als Teil der Vorrunden-Jurys. Morgen Graz, Mittwoch Linz, Freitag Wien. Dann wird es eine Handvoll junger WissenschaftlerInnen geben, die auf Training geschickt werden, bevor sie im Finale antreten können.
Großer Zirkus und ich freu mich, dabei zu sein.
Ich werde berichten. Jetzt muß ich packen und nach Graz fahren... alles für die Jungen Wilden in der Wissenschaft. Ja!

Das hab ich während Famelab 2007 erlebt:
Das Finale aus Sicht einer Jurorin
Famelab - so war die Vorrunde

 

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