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Weblog von Julia Petschinka

 

wissenschaftliches

unglaublich, die beiden Quanten-Markusse!

Während Markus Arndt mit dem Wittgensteinpreis ausgezeichnet wird erhält sein Kollege Markus Aspelmeyer den START-Preis.
aspelmeyer_markus
Markus Aspelmeyer / Bild von hier
Markus Aspelmeyer ist im Preisregen - eine schöne Bestätigung für seine manchmal sehr philosophisch anmutenden Grundlagenexperimente.
2007: Ignatz-Lieben-Preis, 2008: Fritz-Kohlrausch-Preis und jetzt eben: (2008): START-Preis

Über den START-Preis:
Die START-Auszeichnung ist die höchstdotierte und anerkannteste Förderung für NachwuchsforscherInnen, die aufgrund ihrer bisher geleisteten
wissenschaftlichen Arbeit die Chance erhalten sollen, in den nächsten
sechs Jahren finanziell weitgehend abgesichert, ihre Forschungsarbeiten zu planen und eine eigene Arbeitsgruppe aufzubauen. Nach drei Jahren haben sie sich einer Zwischenevaluierung zu stellen. Die START-Preise sind mit jeweils bis zu 1,2 Mio. EUR dotiert.


Links:
Mehr über Markus Aspelmeyer in diesem Blog
Mehr über Markus Arndt in diesem Blog
Website Markus Arndt: homepage.univie.ac.at/markus.arndt
Website Markus Aspelmeyer: homepage.univie.ac.at/markus.aspelmeyer
Gruppenwebsite: www.quantum.at

Na endlich ist es auch offiziell zu lesen: US-Army und NSA wollen Quantencomputer untersuchen und nützen.
Ich frage mich: was ist der Grund dieser Veröffentlichung? Die möglicherweise eigene Forschung und (jedenfalls) Beobachtung forschender Wissenschaftsgruppen findet doch bestimmt schon längst statt.... Ach ja, ein Wettbewerb für WissenschaftlerInnen ist ausgeschrieben. Bedeutet das, dass die eigene Arbeit an Grenzen gestossen ist, die nur findige WissenschaftlerInnen überbrücken können, weil die im Umgang mit den sensiblen Quanten geübt sind???

Hier sind die beiden Meldungen:
28.Okt 08 (derStandard): US-Army und NSA wollen Quantencomputer einsetzen
Da steht zum Beispiel: Die US-Army betont zwar, man solle sich bei der Erforschung auf konstruktive Lösungen fokussieren, die bestimmte Aufgaben adressieren, sagt aber nichts über das konkrete Bestreben hinter dem Projekt.
9. Nov 08 (derStandard): US-Army werkt an virtuellen Soldaten...

Über Verschlüsselung steht in diesen Aussendungen mal nichts drinnen. Aber da die NSA (National Security Agency) mit im Boot ist, wird dieser Aspekt des Quantencomputers (knackedi-knack) sicher auch interessant sein...

Hocherfreut!

Der an der Uni Wien grundlagenforschende Wissenschaftler Markus Arndt bekommt den Wittgensteinpreis für seine Arbeiten im Grenzbereich zwischen Quantenphysik und "echter Welt"... wo auch immer diese Grenze sein möge. Arndt treibt sie vor sich her, wie ich meine. Oder hat sie längst hinter sich gelassen. Ist ja alles eine Frage der Perspektive.

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Bild: APA/HOCHMUTH von hier
Aus der APA-Meldung (wie sie fast überall übernommen wurde, zB hier oder hier oder hier) finde ich zwei Zitate besonders bezeichnend für Markus Arndt:
"Einige Diplomanden sind gerade fertig geworden und die kann ich nun anstellen", sieht er die Auszeichnung auch als "Beschäftigungsprogramm für sehr gute Forscher".
und:
[...]der in der Auszeichnung den "wesentlichen Vorteil gegenüber allen anderen Förderungsformen" sieht, "dass er die Freiheit schafft, maximal flexibel auf neu aufkommende Ideen zu reagieren, wann immer sie reif werden".

Ihm ist es meiner ERinnerung nach immer besonders wichtig, sich mit exzellenten StudentInnen zum umgeben, denn mittelmässige StudentInnen bremsen eher, als dass sie innovative Schritte gehen würden. Dafür werden sie auch gründlich beobachtet - im Praktikum, in Seminaren, bei Vorträgen - bevor sie in seiner Gruppe arbeiten können. Ich finde das eine sehr konsequente Vorgehensweise, wenn man an ein Ziel gelangen will - und sei dieses Ziel, herausragende Experimente durchzuführen, neue Ergebnisse zu erzielen und zu verstehen. Ein Stück tiefer eintauchen in komplexe Merkmale der Welt.

Link: Mehr über Markus Arndt hier im Blog

lange-nacht-der-forschung
Heute ab Sonnenuntergang (also, wenn ich so gen Himmel schaue: ist sie heute überhaupt schon aufgegangen?) bis Mitternacht können im Rahmen der Langen Nacht der Forschung Aspekte der Wissenschaft/Entwicklung/Forschung betrachtet und hinterfragt (?) werden.
Die Quantenphysik darf da natürlich nicht fehlen. Quantenkryptographie kann man unter anderem hier bestaunen:
Tech Gate Wien: Wie macht man Kommunikation hochsicher?
Lakeside Park Klagenfurt: Was ist Quantenkryptographie
Universität Wien: Wie kann man eine Nachricht abhörsicher verschlüsseln?

Zur Langen Nacht der Forschung.... gut, dass sie wieder zustande kommt. Ein paar Anregungen/Anmerkungen kann ich mir nicht verkneifen:
Ich finde den Titel "Sei nicht so neugierig!" sehr seltsam. Jaja, sicher, sollte doch ironisch gemeint sein, oder vielleicht witzig... Trotzdem: man sollte neugierig sein, man sollte es wissen wollen! So eine verquere Botschaft mit Verneinung finde ich seltsam. Aber vielleicht bin ich da zu pingelig.
Und dann dieser Werbespot!!! Oh Gott, was für ein Unsinn. Da arbeiten die WissenschaftskommunikatorInnen seit Jaaaahren daran, dieses Image von verschrumpelter Forschung zu ändern - und was bleibt übrig? So ein seltsamer Werbespot. Da gebe ich "streicher" im sciblog völlig Recht:
Das reine Klischee - männlicher älterer Forscher im Labormantel, schrullig, dozierend mit erhobenem Zeigefinger, ...
Wo sind Frauen (nur eine wird kurz von hinten gezeigt, vielleicht als Labor-Hilfskraft)?
Wo sind junge Forscher und Forscherinnen?
Geht es nur um Naturwissenschaften?
Wo bleibt der Dialog?

Soll wahrscheinlich lustig sein. Aber diese Rollenbilder prägen sich ein und wirken weiter - nicht mehr so lustig.


If I were a terrorist, and I’m not, but if I were a terrorist—a frosty, tough-like-Chuck-Norris terrorist, say a C-title jihadist with Hezbollah or, more likely, a donkey-work operative with the Judean People’s Front—I would not do what I did in the bathroom of the Minneapolis–St. Paul International Airport, which was to place myself in front of a sink in open view of the male American flying public and ostentatiously rip up a sheaf of counterfeit boarding passes that had been created for me by a frenetic and acerbic security expert named Bruce Schnei­er.


So beginnt Jeffrey Goldberg seinen Beitrag für das Magazin "The Atlantic", in dem er über die Sicherheit amerikanischer Flughäfen berichtet...
Link zum Beitrag: THE THINGS I CARRIED @ The Atlantic, by Jeffrey Goldberg
airport-security-wide

(achtung, Werbung für meine Arbeit, aber weils so cool ist, kann ich wohl nicht anders :-) || (for the first time: a posting about my work)
******
EDIT (8.10.2008 - später irgendwann): Bald gibts auch die Aufzeichnungen des heutigen Tages als files... na dann.

******
EDIT (8.10.2008 - 16h): Ein paar Bilder der live-Demonstration:
demo09
Es gibt Video-Schaltungen zu den Knotenpunkten im Netzwerk. Die Videos und der Ton sind AES verschlüsselt. Die Schlüssel werden mit Quantenkryptographie erzeugt; Bild: ARC
demo17
Da stehen sie nun, die Projekt-Key-Researcher. Jeder von ihnen hat ein Sub-Projekt geleitet. Hu, komplizierte Projektstruktur war das. Aber was will man mit so vielen verschiedenen Themen machen? Und so vielen verschiedenen Gruppen? 41 aus 12 Ländern; Bild: ARC
*******
EDIT (8.10.2008 - 11:13): Jaaaa, die Demonstration des Netzwerks hat geklappt (nicht, dass wir etwas anderes erwartet hätten, aber es ist doch schön, wenn alles gut geht). Jetzt sind grad alle Key Researcher des SECOQC-Projekts auf der Bühne.

*******
On Oct 8, the first communication network using unbreakable encryption based on quantum cryptography will be demonstrated in Vienna, Austria.

SECOQC_network-20simulation-202
Picture by "Die Drahtwarenhandlung" for ARC


The network consists of six nodes and eight intermediary links with lengths between 6km and 82km. The keys for encrypting the communication are generated and distributed with quantum cryptography over standard telecommunication fibres and “free-space” (along a line of sight between two telescopes). Various quantum technological devices for generating keys are integrated into the network over standardized interfaces.

The network is the main result of the European Integrated Project SECOQC („Development of a global network for secure communication based on quantum cryptography“), lead by the Austrian Research Centers – ARC GmbH, which after four and a half years of successful research and cooperation will reach its finishing line.

The demonstration of the communication network using quantum technologies takes place on the first day of a three-day-scientific-conference where the most renowned scientists in the field will recapitulate the world-wide technological state-of-the-art as well as future trends for quantum cryptography.

The demonstration will also be streamed on the Internet (the link is posted on the project website: www.secoqc.net).

... zumindest in der Physik?

in der aktuellen Ausgabe von Physics World schreiben sechs Physiker über sechs Zukunftsthemen in der Physik.

what are the burning questions in physics today?

http://physicsworld.com/cws/article/print/35989

Während beim CERN intensiv nach den Higgsbosonen auf wissenschaftliche Art gesucht wird, kann man sie andererorts mit dem nötigen Kleingeld einfach erwerben (knapp 10$, das ist im Vergleich zu den Ausgaben für den LHC doch geradezu läppisch, oder?)
higgs_boson
via BOING BOING.net


(diesen Beitrag habe ich auch auf www.sciblog.at veröffentlicht)

PWOnline-Quantum-1
In der aktuellen Ausgabe von physics world ist ein interessanter Beitrag von Robert P Crease über Quantenphysik... oder besser gesagt: über die Verwendung von Quanten-Begriffen außerhalb der strengen Grenzen der Quantenphysik (wobei: sind die Grenzen wirklich so streng - oder sind sie eher flockig, gequantelt, wolkig, unscharf, wahrscheinlich oder was?).

Yet if we think scientifically rather than judgmentally, all uses of quantum language – whether precise or pretentious, technically correct or ill-informed and designed to impress – are interesting. After all, each is motivated by some conception of the meaning of the quantum. But what patterns can we find in those conceptions? And what do these patterns say about culture and how it understands science?

Hier gehts zum gesamten Beitrag: Quantum of culture

LINKS: meine Beiträge über:
a quantum of solace: James Bond und Quantenphysik?
quant460

the quantum man: Der Quantenmann ist 2.5m groß
10qm131

Was passiert eigentlich am "Large Hadron Collider" am CERN?
Check it out:



via sciblog

 

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